Da bleiben keine Eier- oder Kartoffelwünsche offen: Monika Schlitter-Stieg kauft gern ein beim Stürzerhof – mittels Automaten. Foto: kiener

Das Tagblatt fragt nach

Hof-Automaten immer beliebter

Fürstenfeldbruck - Eier, Käse, Milch, Fleisch und Wurst rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche: Viele Landwirte bieten ihre Produkte mittlerweile über Automaten an – ein einfacher und praktischer Weg, der zudem die Kommunikation zwischen Erzeugern und Kunden fördert.

„Ich find’ das gigantisch, dass ich hier quasi Tag und Nacht einkaufen kann“, sagt Monika Schlitter-Stieg. Sie wohnt seit sieben Jahren in Germering und hat von einer Freundin vom Eier-Automat beim Stürzerhof erfahren. Seitdem ist sie treue Kundin beim Bauern nebenan. Sie kauft trotzdem meist zu ganz normalen Tageszeiten auf dem Hof ein. „Da sehe ich, wie die Tiere gehalten werden, weiß, dass der Bauer das Futter selber anbaut – da hab ich einfach ein gutes Gefühl“, sagt sie. Noch dazu kann sie sich die Eier, die sie für ihre Platzerl oder für ein Spiegelei braucht, per Knopfdruck nach Wunsch raussuchen. „Da gibt’s sogar grün schimmernde Hühnereier von einer besonderen Henna-Rass, und auch Wachteleier, oder aber ganz günstige von quasi noch unerfahrenen Junghennen“, erzählt Schlitter-Stieg.

Und wenn ihr die Kartoffeln ausgehen, ist das auch kein Problem: Beim Stürzerhof kann sie in dem Verkaufshäusl – ein Gartenhäusl am Straßenrand – unter ganz vielen Sorten die Passende auswählen und auch davon gleich ein Dreikilo-Sackerl mitnehmen. „So viel Auswahl an unterschiedlichen Eiern oder Erdäpfeln finde ich ja in keinem Supermarkt und es schmeckt uns auch viel besser“, sagt sie.

Ein paar Schritte weiter, am Hof von Karin Sepp, zapft sie sich hernach noch einen Liter Milch, ganz frisch – und ebenfalls aus dem Automaten. Auch Käse kann sie aus der Maschine herauslassen – falls sie möchte . „Aus der frischen Rohmilch kann ich wenn ich mag, selber Quark oder Joghurt machen“, freut sie sich.

Dass auch Fleisch und Wurst – als Aufschnitt, Leberkäs‘ oder feine Steaks – nicht nur über bekannte Wege an der Theke den Besitzer wechseln, erleben Rudolf und Christine Braumiller neben den Öffnungszeiten ihres Hofladens täglich. Seit rund einem Jahr verkaufen sie die Produkte ihrer Charolais-Rinder und der Schwäbisch-Hällischen Landschweine auch im „Fleisch- und Wurstautomat“. Der steht auf ihrem Hof in Biburg am Mitterfeld.

Der Hofladen wird rege und gern besucht, hat aber eingeschränkte Öffnungszeiten. Weil ihre Fleisch- und Wurstwaren großen Anklang bei den Kunden finden, kamen die Braumillers auf die Idee mit dem Automaten. „Es läuft ganz gut, besonders zur Grillsaison und die Leut kommen mittlerweile zu allen nur erdenklichen Uhrzeiten“, sagt Christine Braumiller.

Die Bestückung erfolgt nach Saison, sprich im Herbst und Winter zum Beispiel mit Blut- und Leberwürscht samt gekochtem Sauerkraut. „In den Winterferien machen wir Betriebsferien und da kann es schon mal sein, dass etwas ausgeht – ab Mitte Januar ist er dann wieder reichlich bestückt“, sagt Braumiller. Doch: „Der Automat ist auf alle Fälle immer so bestückt, dass keiner Hunger leiden muss.“

Die stählerne Kuh

In Grafrath steht seit Anfang November ein Milchhäusl, rechts am Bürgerstadl vorbei, Richtung freies Feld, am Höhenweg. Junglandwirt Josef Reischl (32) hat pinkfarbene Schilder aufgestellt, die den Weg zu seinem Aussiedlerhof weisen. Eine Portion Milch (sprich ein Liter) kostet einen Euro – die passenden Glasflaschen dafür stehen natürlich auch bereit. „Weil der Milchpreis seit langer Zeit im Keller ist, kamen wir auf die Idee mit dem Millymat“, erzählt der Landwirt, der den Hof vor fünf Jahren von seinen Eltern übernommen hat. Seine stählerne Kuh im Gartenhäusl ist ein umfunktionierter Liebherr-Kühlschrank. Es geht ganz einfach: Geld einwerfen, Milch zapfen, fertig. Doch künftig soll es im Milchhäusl noch mehr geben. Gemeinsam mit seiner Frau Katja tüftelt der 32-Jährige schon am nächsten Projekt. „Ein Teil der Milch soll künftig zu Käse verarbeitet werden. Dieser wird dann in unserem Milchhaus zum Kauf angeboten“, erklärt er. Automaten- statt Analogkäse quasi. Produziert wird der Käse von einer mobilen Allgäuer Käserei, aus der Milch, die Reischls rund 100 Kühe geben. Der Millymat jedenfalls kommt an bei Leuten. „ Die Kundschaft ist ganz unterschiedlich gestrickt“, erzählt Reischl. Manche kämen ganz zufällig vorbei, zum Beispiel beim Gassigehen, und zapfen sich einen Liter Milli. Andere wollten es ein bisserl genauer wissen und fragen, ob sie sich den modernen Stall mit dem Melkroboter und der automatischen Fütterungsanlage anschauen dürfen. Da sagt Reischl natürlich nicht Nein. „Die Zeit nehme ich mir gern."

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