Mit diesem Schreiben der Firma Imvertec wurde Irene Schröter aufgefordert, 515 Euro zu zahlen. Doch sie hatte nie einen Vertrag mit dem Unternehmen abeschlossen. foto:Kiener

Glücksspiel-Nepper geraten an die Falsche

Puchheim - Immer wieder fallen vor allem ältere Menschen auf Gewinnspiel-Betrüger herein. Eine Puchheimerin sollte das nächste Opfer werden. Doch sie durchschaute die Masche sofort.

Vor rund einer Woche lag bei Irene Schröter ein dubioses Schreiben im Briefkasten. Das Servicecenter der Firma Imvertec mit Sitz in Duisburg forderte die „Glücksspielkundin“ darin auf, 515 Euro zu zahlen. Denn sie hätte mit der Firma einen Vertrag. Alternativ könne sie aber auch „auf Vergleichsbasis“ ihre Teilnahme an einem Gewinnspiel der Deutschen FortunaWin beantragen. Dafür müsste sie aber eine Zahlung einer Abschlussgebühr in Höhe von 92,50 Euro berappen.

„Ich dachte mir, ja was soll das denn, das ist ja eine Unverschämtheit“, erzählt Irene Schröter. Rund zwei Wochen vor Erhalt des Schreiben bekam sie zudem zwei Anrufe von Callcentern. „Die Dame am Telefon sagte, ich hätte da und dort mitgespielt, doch ich hab’ sie sofort abgewimmelt und die Gespräche mit den Worten ‘ich will nichts mit ihnen zu tun haben’ beendet“, erzählt sie. Sie hatte bei keinerlei Gewinnspiel mitgemacht.

Nicht jeder Adressat solcher Schreiben oder Anrufe reagiert so kritisch und abwehrend wie Irene Schröter. Als Mitarbeiterin des Ökumenischen Sozialdienstes Gröbenzell weiß sie, dass insbesondere ältere Menschen leicht auf solche betrügerischen Maschen hereinfallen. Sie zahlen lieber die gut 90 Euro, in der Hoffnung, dann ihre Ruhe zu haben. Meist ist dies jedoch nicht der Fall. Oft entstehen sogar noch Zusatzkosten, die sich im Kleingedruckten versteckt haben.

Irene Schröter geht sehr sorgsam mit dem Thema Internet und vor allem mit ihren persönlichen Daten um. Woher die Firma ihre Daten (Name und Anschrift) hat, weiß sie nicht. Laut Dienststellenleiter Karl Heinz Pangerl von der Polizeiinspektion Gröbenzell hat sie vorbildlich reagiert.

Pangerl weiß, dass Betrügerfirmen oft auf Adressaten mit Vornamen setzen, die vor längerer Zeit aktuell waren. Wer beispielsweise Irene, Anastasia, Kunigunde, Theodor, Klaus oder Johann heißt, könnte ein potentielles, da schon betagteres Opfer sein. Denn ältere Menschen lassen sich laut Pangerl leichter um den Finger der geschulten Anrufer wickeln. „Wenn nur wenige Menschen auf die Forderungen eingehen, dann rentiert sich die Sache für die Betrüger schon.“

Das Schreiben, das Irene Schröter erhalten hat, sei seiner Meinung nach ein Betrugsversuch, der strafbar ist. „Jeder, der so einen Brief oder so ein Fax erhält, sollte Anzeige erstatten. Wir sind für jeden Hinweis dankbar“, bestätigt der Dienststellenleiter. Bei Werbeanrufen, die im übrigen verboten sind, empfiehlt Pangerl, sich nicht auf das Gespräch einzulassen und sofort aufzulegen.Sein Rat: „Man darf auf keinen Fall persönliche Daten, wie Geburtsdatum oder Kontoverbindungen mitteilen.“

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