Grafrath bekommt einen Stolperstein

Grafrath - Grafrath setzt ein Zeichen gegen das Vergessen: Vor dem Rathaus wird ein Stolperstein verlegt.

Der Stein am Vorplatz des Gebäudes der Verwaltungsgemeinschaft soll an den ukrainischen Zwangsarbeiter Wassyl Zhygalyuk gemahnen. Damit erinnert die Gemeinde an den jungen Mann, der im Jahr 1942 im Alter von 16 Jahren als landwirtschaftlicher Zwangsarbeiter nach Wildenroth kam und später im Kinzigtal ermordet wurde.

Wieder in Erinnerung kamen die Ereignisse infolge der Ausstellung „Nationalsozialismus im Brucker Land“ am Bauernhofmuseum Jexhof im Jahr 2010. Damals sah das Ausstellungsteam Originalunterlagen von Wassyl Zhygalyuk ein. Demnach wurde er denunziert und im Dezember 1944 in das Konzentrationslager Flossenbürg deportiert. Dort kam der Zwangsarbeiter am 8. Dezember 1944 an. Was danach mit ihm geschah, brachten erst jahrelange Recherchen ans Licht: Er wurde im Alter von 19 Jahren in Haslach im Kinzigtal, einem Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof, am 12. Februar 1945 ermordet. Mit 222 weiteren Leichen wurde das Opfer in einem Massengrab verscharrt.

Nach 70 Jahren wird ihm nun ein Denkmal gesetzt. Die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Grafrath, Markus Kennnerknecht, Sandra Meissner und Thomas Totzauer, haben entschieden, dass der Künstler Gunter Demnig einen Stolperstein verlegen soll.

Der Gedenkakt wird musikalisch begleitet von der Gruppe „Massel-Tov“. Als Gäste aus München kommen Terry Swartzberg, Vorsitzender des Vereins „Stolpersteine für München“ und Claudia Weigl, Parlamentarische Beraterin der BayernSPD-Landtagsfraktion. Zudem kommen Vertreter von Kommunal- und Landespolitik, der Kirchen und Mitglieder des Arbeitskreises Mahnmal Fürstenfeldbruck.

Der Stein wird

am Mittwoch, 27. Mai, um 9 Uhr vor dem Grafrather Rathaus verlegt.

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