Personalangelegenheit

Alte Fehler holen Grafrath jetzt ein

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Schock für die Verwaltungsgemeinschaft Grafrath: Die Sozialversicherung verlangt wegen einer viele Jahre alten Personalangelegenheit eine Nachzahlung von fast 100 000 Euro.

Grafrath – Die Bombe platzte bei den Haushaltsberatungen im Grafrather Gemeinderat: Der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Grafrath, zu der auch noch die Gemeinden Schöngeising und Kottgeisering gehören, ist schon vor 15 Jahren ein massiver Vermögensschaden entstanden, der nun die Haushalte der Kommunen belastet. Die Sozialversicherung fordert eine Nachzahlung von satten 97 000 Euro.

Bekannt wurde das Thema bei der Debatte um die Gemeinschafts-Umlage der Gemeinden. Roger Struzena (Grüne) kritisierte, dass die Verwaltungskosten gestiegen seien. Das liegt laut Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) an der Personalangelegenheit aus dem Jahr 2003. „Damals wurde ein Fehler gemacht“, sagte der Rathauschef in der Sitzung. Deshalb steht der Gemeinschaft nun die hohe Nachzahlung ins Haus.

Nach Tagblatt-Information weigert sich die Versicherung der VG aufgrund des langen Zeitraums, den Schaden auszugleichen. Damit bleibt die Forderung voraussichtlich bei der VG hängen und schlägt sich auf die Haushalte der Mitgliedsgemeinden durch. Rund 50 Prozent bleiben bei Grafrath hängen, je 25 Prozent bei Schöngeising und Kottgeisering. Für Grafrath bezifferte Kennerknecht den Schaden auf 45 000 bis 50 000 Euro.

Um welche Personalie es sich dabei handelt, wollte Kennerknecht mit Verweis auf das schwebende Verfahren nicht sagen. Auch mit etwaigen Schuldzuweisungen hielt er sich gegenüber dem Tagblatt zurück. In der Sitzung bestätigte er auf Nachfrage von CSU-Fraktionssprecher Gerald Kurz aber, dass die Ursache für die Nachzahlung bis auf das Jahr 2003 zurückreicht – ein Jahr nach dem Amtsantritt des damaligen Bürgermeisters Hartwig Hagenguth (BfG). Doch nicht nur die Nachforderung der Sozialversicherung belastet den VG-Haushalt. Wie Kennerknecht weiter ausführte, mussten auch umfangreiche Nachzahlungen an die Mitarbeiter geleistet werden. Offenbar waren über einen längeren Zeitraum die im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst festgelegten leistungsorientierten Entgelte nicht ausgezahlt worden.

„Die Mitarbeiter haben Geld, das ihnen zusteht, nicht bekommen“, sagte Kennerknecht. Diese Entgelte wurden nun ausbezahlt und belasten ebenfalls den Verwaltungshaushalt. Dazu kommt, dass laut Rathauschef auch Mitarbeiter in niedrigere Entgeldstufen eingruppiert waren, als ihnen zugestanden hätten. Auch dieses Geld habe man nachzahlen müssen.

Das alles wirkte sich auf die Höhe des Verwaltungshaushaltes der VG aus. Kennerknecht wies deshalb auch „die permanente Kritik aus gewissen Kreisen an den hohen Personalkosten“ entschieden zurück. Diese sei für die Mitarbeiter nicht motivierend und auch nicht zielführend.

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