Ein Stück Baumstamm ist in der Amper-Stromschnelle zu sehen
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Nur ein kleines Stück des Baumstamms ragte aus der Amper heraus.

Auf der Amper

Nach mehreren Unfällen auf bayerischem Fluss: Jetzt reagiert das Landratsamt

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Die Amper ist ein beliebter Fluss in Bayern. Nach mehreren Unfällen stand eine Sperrung im Raum. Doch so weit will das Landratsamt nicht gehen.

Update: Mittwoch, 12. August:

Fürstenfeldbruck/Grafrath - Die Amper führt angesichts der zurückliegenden starken Niederschläge zurzeit etwa doppelt so viel Wasser wie gewöhnlich. Nachdem in den letzten Tagen von mehreren Unfällen auf der Amper berichtet wurde, hat sich das Landratsamt Fürstenfeldbruck eingehend mit der Frage befasst, ob eine vorübergehende Sperrung der Amper anzuordnen ist.

Eine derartige Einschränkung des Gemeingebrauchs ist bei Gefahren insbesondere für Leben und Gesundheit möglich, wäre in der aktuellen Situation allerdings nicht verhältnismäßig. Das für den Landkreis Fürstenfeldbruck zuständige Wasserwirtschaftsamt München weist darauf hin, dass an der Amper die Meldestufe 1 bei einem Hochwasser bislang bei weitem nicht erreicht wurde. Auch wenn angesichts der erhöhten Fließgeschwindigkeit ein größeres Gefährdungspotential besteht, berechtigt dieser Umstand alleine noch nicht zur Sperrung der Amper. Insbesondere muss das Landratsamt dabei auch die Interessen derer berücksichtigen, die über die ausreichende Erfahrung und Ausrüstung verfügen, um auch bei den derzeitigen Wasserverhältnissen die Amper zu befahren.

Kein Verbot aber eine Warnung

Insoweit hat sich das Landratsamt dafür entschieden, von einem Verbot abzusehen, rät derzeit allerdings dringend von einem Befahren der Amper ab. Zumindest sollte man zwingend über ein robustes Fahrzeug verfügen und eine geeignete Sicherheitsausrüstung (Schwimmweste, Schutzhelm) anlegen. Zudem weist das Landratsamt auf die Warnhinweise der bestehenden Beschilderung an den Gefahrenstellen im Bereich der Sohlschwellen Grafrath und Schöngeising bzw. am Kraftwerk Schöngeising und auf die Nutzung der dort vorgesehenen Ausstiegsstellen hin.

Das war die Erstmeldung vom Dienstag, 11. August:

Fürstenfeldbruck/Grafrath – Um die Amper sperren zu können, müsse „Gefahr für Leib und Leben“ bestehen, sagte eine Sprecherin des Landratsamts am Montag. Um dies zu klären, würden jetzt Einschätzungen zur Situation von Polizei, Wasserwacht und Wasserwirtschaftsamt eingeholt. Die Behörde müsse bei einer Prüfung beziehungsweise bei einer Entscheidung das Prinzip der Verhältnismäßigkeit berücksichtigten.

Bootfahrverbot auf der Amper: Landratsamt prüft Sperrung nach Unfällen

Die Wasserwacht Grafrath rät davon ab, am kommenden Wochenende die Amper zu befahren. Besonders die Sohlschwellen wie in Schöngeising und Grafrath sollten weiter nicht befahren werden, postet die Wacht in Facebook. „In dieser Konsequenz bieten wir beim aktuellen Pegelstand keinen Aufpumpservice an.“

Die Amper führt nach den starken Regenfällen Anfang vergangener Woche viel Wasser, ist reißender als sonst und transportiert gefährliches Treibgut. Dreimal mussten am Wochenende Retter ausrücken, um verunglückten Bootsfahrern zu helfen.

SUP-Unfall auf der Amper: 18-Jährige noch immer in Lebensgefahr

Der schlimmste Unfall passierte in Grafrath. Das Sicherungsseil eines SUPs verhakte sich in einem Baumstamm. Die Fahrerin (18) wurde unter Wasser gedrückt. Drei Ärzte begannen mit den Einsatzkräften sofort mit der Wiederbelebung, bis die Rettungskräfte eintrafen.

Die 18-Jährige konnte reanimiert werden und wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr Grafrath unterstützte die Erstversorgung, schirmte die Unfallstelle vor Schaulustigen ab und kümmerte sich um die Landung des Hubschraubers. Die junge Frau schwebt noch immer in Lebensgefahr.

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