Das Rathaus in Grafrath. (Archivfoto)
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Das Rathaus in Grafrath. Der Gemeinderat will die Bebauungsdichte für die Amperterrasse-West reduzieren. (Archivfoto)

Planungen nach unten geschraubt

Amperterrasse-West: Maximal 140 Neubürger in neuer Siedlung

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Bis zu 200 neue Einwohner könnten im geplanten Baugebiet Amperterrasse-West Platz finden. Doch das ist dem Gemeinderat zu viel. Nun soll die Bebauungsdichte reduziert werden.

Grafrath - Die Zahl von 140 bis 200 Neubürgern stammt aus einer Studie des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum (PV). Laut dieser könnten ein Einzel-, zehn Doppel- und 14 Reihenhäuser sowie vier Geschossbauten mit 45 Wohnungen entstehen.

Das ist Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) zu viel. „Wir dürfen auch unsere gemeindliche Infrastruktur nicht überstrapazieren“, sagte er im Gemeinderat unter anderem mit Blick auf Kita-Plätze. Man könnte zum Beispiel ein Doppelhaus statt einem Geschossbau planen. Das Wachstum solle auf 100 bis 140 Neubürger beschränkt werden. Zudem müsse die Schaffung von Parkplätzen eine zentrale Rolle bei der Planung spielen.

Arthur Mosandl (Grüne) fordert bezahlbaren Wohnraum.

Thomas Prieto Peral (Grüne) möchte nicht, dass die neue Siedlung um Parkplätze herum geplant wird. Das sei auch nicht sein Ziel, erwiderte Kennerknecht. Die dortigen Grundeigentümer wünschen sich sogar ein weitgehend autofreies Viertel. Ein Lösungsvorschlag wäre daher, ein Parkdeck unterirdisch in den Hang der Amperterrasse zu integrieren.

Arthur Mosandl (Grüne) forderte eine Mindestquote für Geschossbauten, um ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dem schloss sich Fraktionskollegin Monika Glammert-Zwölfer an: „In Grafrath sind Reihenhäuser bereits so teuer, dass sie sich nicht jedes Klientel leisten kann.“

Kennerknecht verwies darauf, dass eine der drei Eigentümergemeinschaften Geschossbau realisieren will. Überhaupt seien die Gespräche mit den Eigentümern sehr konstruktiv verlaufen. „Ich gehe davon aus, dass bei der Bebauung ein Konsens erzielt werden kann.“ Zumal jede der Eigentümergemeinschaften unterschiedliche Bebauungen bevorzugen würde: eine eher Einzel- und Doppelhäuser, die zweite eher Reihenhäuser, die dritte wie erwähnt Geschossbauten.

Da einige Flächen in kommunalem Besitz sind, gilt es zu überlegen, wie sich die Gemeinde einbringt. Kennerknecht sieht zwei Möglichkeiten: „Wir machen eine kleinteiligere Bebauung mit Reihenhäusern und verkaufen den Grund. Oder wir treten als Bauherr für Geschossbau auf.“ Bei der ersten Variante wäre ein Einheimischenmodell möglich, bei der zweiten könnte über Sozialwohnungen nachgedacht werden. Hartwig Hagenguth (BfG) warf ein, dass Sozialwohnungen nicht von der Gemeinde verwaltet werden müssten: Dies könne die neue Landkreis-Wohnbaugesellschaft übernehmen.

Eine Entscheidung zum Vorgehen der Gemeinde fällt erst, wenn klar ist, wie der Grund umgelegt wird und welche Flächen die Kommune dann zur Verfügung hat. Vorgespräche dazu führt Kennerknecht mit dem PV.

Nächster Schritt ist ein Workshop. Dabei sollen sich die Beteiligten über das weitere Vorgehen und einen etwaigen Tausch von Flächen einigen. Andreas Daschner

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