Planungen eingestellt 

Aus für zweite Amperbrücke in Grafrath

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Monatelang hatte der Grafrather Gemeinderat über eine zweite Amperbrücke diskutiert. Doch sie darf nicht gebaut werden – wegen der bereits bestehenden Brücke.

Grafrath – Das vorhandene Bauwerk an der B 471 bietet nach Ansicht der Gemeinderäte nicht genügend Schutz für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Deshalb sollte östlich davon eine weitere Brücke für Radfahrer und Fußgänger entstehen. Dort ist ein geschützter Auwald, in den nur bedingt eingegriffen werden dürfte.

Das größte Problem ist aber: Dieser Bereich wird vom Straßenbauamt benötigt, wenn die B 471-Brücke erneuert wird. Dass das Bauwerk über kurz oder lang der Abrissbirne zum Opfer fallen wird, wurde erst im Zuge der Debatte um den Fußgängersteg bekannt. Demnach ist die Brücke zwar noch nicht akut baufällig. Aber laut Straßenbauamt ist eine Erneuerung ab 2021 vorgesehen – wobei Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) vor allem auf das Wörtchen „ab“ verwies. „Ich kann mir angesichts der Genehmigungsverfahren nicht vorstellen, dass hier in vier Jahren gebaut wird.“

Dennoch wirkt sich dieses Vorhaben nun auf die Stegpläne der Gemeinde aus. Denn sobald die Bundesstraßenbrücke neu gebaut wird, muss eine Behelfsbrücke östlich davon errichtet werden – also genau in dem Auwald, in dem der Steg entstehen sollte.

„Dadurch würden wir sehr weit in den Auwald vordringen“, sagte Kennerknecht. Er hält es für äußerst unwahrscheinlich, dass man dafür eine Genehmigung bekommt. „Zumindest mittelfristig müssen wir uns von dem Projekt verabschieden.“

Peter Kaifler (Grüne) wollte diese neue Entwicklung dazu nutzen, einen neuerlichen Vorstoß zur Verlegung der B 471 zu machen. „Wenn wir mit der Bundesstraße das Kloster umgehen, könnte man die bestehende Brücke vielleicht sogar soweit zurückbauen, dass wir unsere Fußgängerbrücke haben“, sagte er.

Doch Kennerknecht hält auch diesen Vorschlag für nicht realisierbar: „Wir müssten mit der neuen B 471-Trasse voll ins Ampermoos.“ Auch hier sei nicht davon auszugehen, dass man eine Genehmigung bekommt.

Letztlich stimmten die Räte gesammelt und laut Kennerknecht „schweren Herzens“ zu, sämtliche Planungen und Genehmigungsverfahren einzustellen. „Wir müssen uns wohl mit der in Aussicht gestellten Verbesserung der Bundesstraßenbrücke durch das Straßenbauamt begnügen“, erklärte der Rathauschef.

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