+
Mit riesigen Maschinen wird die Bahnstrecke saniert. Das geht nicht geräuschlos ab.

Bei Grafrath

Bahn-Hupe nervt Anwohner

Der Krach geht an die Nieren: Die Gleisarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Grafrath und Türkenfeld nerven die Anwohner. Neben dem Baulärm stören vor allem die häufigen Signaltöne.

Kottgeisering/Grafrath Auf der Strecke werden unter anderem in die Jahre gekommene Schwellen und der Kies im Gleisbett ausgetauscht. Die Arbeiten sind dringend erforderlich, um die Sicherheit der Fahrgäste weiter zu gewährleisten.

Der Fahrplan wurde für die Zeit der Baumaßnahme ohnehin ausgedünnt. Aber einige Züge fahren trotzdem. Wenn die herannahen, warnt ein sogenanntes Signalhorn die Arbeiter auf dem Nachbargleis. Das unangenehme Tuten erreicht eine Lautstärke von über 110 dBA und ertönt laut offizieller Darstellung der Deutschen Bahn (DB) zwischen sechs Uhr morgens und zehn Uhr abends – jedes Mal.

Die betroffenen Bürger wissen anderes zu berichten. „Die Bauarbeiten beginnen jeden Tag um 5.30 Uhr“, so ein leidgeprüfter Anwohner der Villenstraße Süd in Grafrath. Er beklagt, dass es keinen Lärmzeitplan gibt, der darüber informiert, wo es wann am lautesten ist. Die Warnsignale würden auch dort eingesetzt, wo gar nicht gearbeitet werde. Ein Facebook-User aus Türkenfeld ärgert sich darüber, „dass diese Teile auch tröten, wenn weit und breit kein Zug da ist“. Auch nachts soll das Tuten schon zu hören gewesen sein.

Stimmt, räumt ein DB-Sprecher ein. Während der vorbereitenden Arbeiten am ersten Wochenende habe man auch nachts nicht auf die Warntöne verzichten können, da Arbeiter auf der Strecke manuell die Gleisschrauben lösen mussten. Inzwischen beschränke man die Arbeiten im Gleis aber auf die Tagesstunden. „Aus Rücksicht auf die Anwohner“, so der Bahn-Sprecher.

„Es ist schier unmöglich, bei diesem Lärm zu Hause zu bleiben“, schreibt ein Tagblatt-Leser (Name ist der Red. bekannt) in einer E-Mail an die Heimatzeitung. Darüber, wie Kinder bei dem Krach ihre Hausaufgaben machen und genügend Schlaf bekommen sollen, habe sich offenbar niemand Gedanken gemacht.

Gearbeitet wird auch samstags und sonntags, bis zum Ende der Osterferien. „Das Wochenende, das normalerweise zur Erholung dient, fällt bis zum 23. April komplett aus“, schimpft der Anwohner aus Grafrath. An den Warnsignalen führt aber kein Weg vorbei. „Sie müssen laut Unfallverhütungsvorschrift zwingend eingesetzt werden“, so der Bahn-Sprecher. „Es geht nicht anders.“ Schließlich wolle man nicht, dass jemand totgefahren werde.

Was in den Augen manches Betroffenen ebenfalls zu wünschen übrig lässt, ist die Informationspolitik der Bahn. Die Anwohner erhielten vor Baubeginn lediglich eine Postwurfsendung. „Eine Info-Veranstaltung würde helfen“, findet der Grafrather Anlieger. Doch in diese Richtung ist von der Bahn nichts geplant. (os)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das fast vergessene Gefangenenlager
Etwas über 100 Jahre ist es her, da entstand in Hattenhofen ein großes Lager für Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges. Mehr als 1000 Männer waren dort interniert, vor …
Das fast vergessene Gefangenenlager
Aaliyah Sophie aus Emmering
Stolz präsentiert Ziyad Hayat aus Emmering sein Töchterlein Aaliyah Sophie. Das Mäderl kam ein paar Tage vor dem errechneten Termin zur Welt. „Darum ist sie auch noch …
Aaliyah Sophie aus Emmering
Abriss von Turnhalle und Schwimmbecken
Die Abrissarbeiten an der Wittelsbacher Schule haben begonnen. Das Hausmeistergebäude ist schon dem Erdboden gleich gemacht. Jetzt ist die alte Turnhalle mit dem im …
Abriss von Turnhalle und Schwimmbecken
Schon wieder politisch motivierte Schmierereien in Gröbenzell
Schon wieder sind Schmierereien in Gröbenzell aufgetaucht. An einer Gemeindetafel wurde der Spruch „Lügenpresse? Nein Danke“ angebracht und auf die Adresse einer …
Schon wieder politisch motivierte Schmierereien in Gröbenzell

Kommentare