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Aus einem Benefiz-Verkauf wurde eine Geschäftsidee: Mona Ragheb am Crêpes-Ofen.

Es begann mit einer Benefiz-Aktion

Bei Märkten, Events und Festen: Ihre Crêpes sind heiß begehrt

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Die Kochschürze gehört bei Mona Ragheb einfach dazu. Damit hat sich die 45-jährige Grafratherin selbstständig gemacht. Und sogar ins Fernsehen hat sie es schon geschafft. Eine Erfolgsgeschichte, die ganz bescheiden mit einem Stand auf dem Grafrather Christkindlmarkt begann.

Grafrath Das stilisierte Konterfei von Mona Ragheb ziert das Logo auf einem schwarzen Foodtruck. „Crêpes Le Broc“ steht darunter. Die Grafratherin tingelt mit ihrem Wagen durch den Münchner Westen und verkauft die leckeren französischen Eierkuchen. An die Anfänge ihres Geschäftes erinnert sie sich noch gut.

„Ich war eine junge motivierte Mutter im Kindergarten“, erzählt Ragheb. Als dort 700 Euro für einen Kletterraum benötigt wurden, tat sich Ragheb mit anderen Müttern zusammen und beschloss, das Geld mit einem Crêpes-Stand auf dem Christkindlmarkt zu verdienen. Warum ausgerechnet die Eierkuchen? Ragheb zuckt mit den Schultern. „Die gab es halt noch nicht.“

Ein wenig könnte in die Entscheidung aber auch hineingespielt haben, dass die Grafratherin eine französische Mutter hat und – obwohl sie in München geboren ist – einen französischen Pass. Die Hütte auf dem Christkindlmarkt boomte sechs Jahre lang. Als Ragheb schließlich an anderer Stelle einen kleinen Anhänger sah, von dem Essen verkauft wurde, erwuchs in ihr eine Idee: „So etwas müsste doch auch mit Crêpes funktionieren.“

Bei einem Autohändler fand sie schließlich ein günstiges Holzgefährt. „Der Händler dachte schon, er bekommt es eh nicht mehr los. Ich hab es für einen Apfel und ein Ei bekommen“, sagt die dreifache Mutter und lacht. Ein Gespräch mit dem Gesundheitsamt folgte, der Anhänger wurde für den Lebensmittelverkauf entsprechend umgebaut. „Und kurz darauf hatte ich meinen Schein für ein Reisegewerbe in der Hand“, erzählt Ragheb.

Der alte Holzanhänger

Mit dem alten Holzanhänger begann sie ihre Karriere, die ein ganzes Stück weit von ihrem erlernten Beruf entfernt stattfindet. „Eigentlich bin ich Raumausstattermeisterin.“ Allerdings mache sie derzeit eine Schulung als Illustratorin. In diesem Bereich will sie dann auch arbeiten – neben ihrem Crêpes-Verkauf natürlich.

Der Foodtruck der Grafratherin ist inzwischen im Landkreis und darüber hinaus bekannt.

Das Geschäft mit dem kleinen Anhänger boomte drei Jahre lang. „Bei Märkten bildeten sich oft lange Schlangen“, erzählt Ragheb. Weil sie auch auf den Fürstenfelder Gartentagen verkaufte, wurde ihr schnell klar: Ein größerer Anhänger muss her. „Ich wollte aber keinen der typischen weißen Imbissstände“, sagt die Grafratherin. Fündig wurde sie schließlich bei einer Firma in Westfalen, die ihr vor rund zwei Jahren einen Foodtruck mit Einbauten nach Maß herstellte.

Bei diversen Marktsonntagen, beim Kinosommer in Fürstenfeld, beim Grafrather Brückenfest, aber auch bei Veranstaltungen wie einem Schul-Circus in Türkenfeld verkauft die Grafratherin ihre Crêpes. Eier und Milch bezieht sie von Landwirten im Ort. Im Frühjahr und Sommer ist sie außerdem vor dem AEZ in der Brucker Buchenau zu finden. Und auch zu Firmen-, Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern fährt sie.

Den Teig bereitet ihr Lebensgefährte Sigi Krautner zu. Und auch ihre älteste Tochter gehört einem kleinen Mitarbeiterteam an, das beim Verkauf hilft. Im Wagen hat Mona Ragheb einen Ofen, in dem sie auch Quiches oder Suppen zubereiten kann. Und auch als Teilzeit-Köchin verdingt sich die Grafratherin. „Ich koche bei meinen Kunden zuhause, wenn sie zum Beispiel Besuch haben. Dann können die Gastgeber bei ihren Gästen bleiben.“

Beigebracht hat sie sich das Kochen selbst. „Bei einer Freundin meiner Mutter habe ich sehr viel gelernt.“ So viel, dass sie es sogar in die TV-Show „The Taste“ schaffte (siehe Kasten).

Mona Raghebs erster Crêpes-Anhänger ist übrigens trotz des neuen Foodtrucks noch immer im Einsatz. Der Charme des alten Gefährts kommt bei den Kunden – trotz der einen oder anderen Wartezeit – sehr gut an. „Beim Schul-Circus in Türkenfeld war ich mit beiden Wagen“, erzählt Ragheb. „Vor dem alten Holzanhänger hat sich eine lange Schlange gebildet.“

Ausflug in die TV-Welt

Eigentlich hielt Mona Ragheb es zunächst für einen kleinen Scherz, als eine Freundin meinte, sie müsse mit ihrer Kochkunst bei der Sat 1-TV-Show „The Taste“ antreten. „Aber sie hat mich tatsächlich angemeldet“, erzählt die Grafratherin. Prompt forderte die Produktionsfirma ihre Bewerbung an. Da packte Ragheb den Stier bei den Hörnern und verfasste ihr Schreiben. 

Auf dem Weg ins Fernsehen warteten aber noch zwei Hürden: ein Probekochen und ein Interview mit den Produzenten. Beides lief gut, und so fand sich Ragheb mit ihrer Kochkunst schließlich vor einem Millionenpublikum an den Fernsehgeräten wieder. Mit nur einem einzigen Löffel musste sie die Juroren überzeugen.

 Als Gericht hat sie einen provencialischen Teller mit Kartoffel-Gratin und Lammfilet ausgewählt - eine Hommage an ihre Großmutter, die ihr das Gratin beigebracht hatte. Um die strengen Juroren zu überzeugen, reichte es allerdings nicht. Dennoch bereut Ragheb ihren TV-Auftritt in keiner Weise. „Es war eine super Publicity für mich, und ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen.“ Zumal die Grafratherin die Produktionsfirma mit ihrer sympathischen Art überzeugen konnte und sogar noch eine Home-Story spendiert bekam.

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