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Kämpfen mit Blühwiesen gegen das Insektensterben (v.l.): Gabriele Oellinger, Bürgermeister Markus Kennerknecht, Sybilla Rathmann, Gabi Oswald, Martina Kühlein und Dieter Stolper. 

Bürger handeln

Blühwiesen gegen Insektensterben

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Das Insektensterben nimmt besorgniserregende Ausmaße an. Nun wollen die Gemeinde und die Gartenfreunde Grafrath etwas dagegen tun. Initiiert von zwei Grafrathern rufen Kommune und Verein dazu auf, Blühwiesen wild wachsen zu lassen und den Insekten so wieder eine Heimat zu geben.

GrafrathMartina Kühlein und Dieter Stolper wohnen im Bereich der Jesenwanger Straße in Grafrath. „Ich wollte schon öfter mal Wiesen an der Straße blühen lassen“, berichtet Stolper. Seine Anpflanzungen überlebten aber meist nicht lange. „Sie wurden von den Gemeindearbeitern wieder gemäht“, erzählt der Grafrather.

Doch als nun die Jesenwanger Straße saniert wurde, sahen er und Kühlein die Chance gekommen. „Eine neue Straße – da könnten wir doch was draus machen.“ Mit dieser Prämisse nahmen die beiden Grafrather Kontakt zur Gemeinde auf und fanden dort ein offenes Ohr. „Wir müssen ein Umdenken bei den Menschen erreichen“, sagte Gabriele Oellinger, Gemeinderätin und gleichzeitig Mitglied bei den Gartenfreunden. Der Gemeinderat stimmte deshalb zu, Saatgut für öffentliche Flächen zu finanzieren. Einen dreistelligen Betrag macht die Kommune locker.

„Es gibt Bodendecker und niedrige Pflanzen, die sich gut für den Straßenraum eignen“, sagt Kühlein. Die Pflege dieser Flächen kann der Bauhof laut Bürgermeister Markus Kennerknecht personell aber nicht leisten. Hier kommen nun die Gartenfreunde ins Spiel, die Paten für die Grünflächen stellen. „Wir schauen dabei vor allem auf die direkten Anwohner der Straßen, die dafür nur vor die Tür gehen müssen“, sagt die Vereinsvorsitzende Gabi Oswald.

„Wir wollen erst einmal klein entlang der Jesenwanger Straße anfangen“, erklärt Kennerknecht. Auch der dortige Forstliche Versuchsgarten beteiligt sich mit einer Teilfläche. Der Bürgermeister kann sich aber vorstellen, die Aktion im Laufe der Zeit auf andere Bereiche im Gemeindegebiet auszuweiten. Und nicht zuletzt erhofft sich der Rathauschef, dass sich eine Eigendynamik in der Bevölkerung entwickelt.

„Jeder kann etwas dazu beitragen“, sagt die Vizevorsitzende der Gartenfreunde und Gemeinderätin Sybilla Rathmann. Der Blick geht dabei in Richtung privater Gärten. „Man muss die Wiesen ja nicht gleich ganz stehen lassen“, sagt Stolper. Aber beispielsweise 15 Quadratmeter könne man beim Mähen einfach mal auslassen – und dabei nicht nur für die Insekten, sondern auch für die Optik in der Gemeinde etwas tun. „Die jungen Leute wissen ja schon gar nicht mehr, wie ein Blühwiese ausschaut“, sagt der Grafrather.

Vortrag und Patenschaft

Andreas Fleischmann, Kurator der Botanischen Staatssammlung in München, spricht morgen um 19 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde über das Thema „Wie kann man Wildbienen in Stadt und Land helfen?“. Wer eine Patenschaft für eine der Flächen auf öffentlichem Grund übernehmen will, kann sich bei der Gemeinde oder bei den Gartenfreunden melden: per E-Mail an info@ gartenfreundegrafrath.de

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