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Markus Kennerknecht hat viel angestoßen in seiner Gemeinde. Hier mit der Zeitkapsel am Kriegerdenkmal. 

Jetzt steht es fest

Bürgermeisterwahl 2020: Grafrather Bürgermeister wird wieder kandidieren

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Markus Kennerknecht wird erneut für den Posten des Bürgermeisters in Grafrath kandidieren. Der parteifreie Hattenhofener ist überzeugt, dass er etwas bewegen kann. 

Grafrath – Markus Kennerknecht wird ein weiteres Mal für den Posten des Bürgermeisters in Grafrath kandidieren. Die CSU hat auf Nachfrage erklärt, dass man den parteifreien Hattenhofener erneut nominieren werde. Kennerknecht selbst hat Spaß an der Arbeit.

Die Interessenlagen in Grafrath sind gemischt wie in keiner anderen Gemeinde im westlichen Landkreis. Sechs Gruppierungen sind im Gemeinderat vertreten. Nicht selten wurde das Gremium wegen seiner politischen Scharmützel in der Vergangenheit als Streitrat tituliert. Debatten wie um den Klosterwirt zogen sich zum Teil mehrere Jahre hin.

In dieser Situation wurde der parteifreie Kennerknecht bei den vergangenen Wahlen von der CSU nominiert und in einer Stichwahl gegen den BfG-Kandidaten Martin Söltl gewählt. Rund 15 Monate vor der nächsten Wahl sagt der erste hauptamtliche Rathauschef Grafraths: „Das Amt macht Freude, ich könnte mir gut vorstellen weiterzumachen.“

Generalsanierung der Schule fällt in Kennerknechts Amtszeit

Vor allem in den vergangenen zwei Jahren hätte sich die politische Arbeit gut entwickelt. „Man wächst rein und sieht, dass man etwas bewegen kann“, sagt der 42-jährige Vater dreier Kinder im Alter von vier, sechs und zehn Jahren. An der Hauptstraße wird ein Supermarkt gebaut, auf dem Klosterwirt-Areal geht nach jahrelangem Stillstand etwas vorwärts, und Zug um Zug werden marode Straßen in der Gemeinde modernisiert. „Das ist alles sehr positiv“, sagt Kennerknecht. Die Generalsanierung der Schule fällt in seine Amtszeit, ebenso der dortige Anbau für die Mittagsbetreuung.

Trotz des Erreichten sieht der Rathauschef noch genug Aufgaben für eine weitere Amtszeit. „Die Straßensanierungen sind ein Dauerthema, da muss man dran bleiben“, sagt er. Offen ist noch immer der bereits diskutierte Bau einer neuen Aussegnungshalle mit Sanitärräumen und einer Möglichkeit zur Aufbahrung am Friedhof. „Im Bereich der Kinderbetreuung muss man oft kurzfristig reagieren“, sagt Kennerknecht. Im Gemeinderat wurde bereits lose über einen weiteren Standort für eine zweite Krippe nach der Rassobande nachgedacht. „Außerdem brauchen wir noch ein Nutzungskonzept für den Bürgerstadel samt weiterer Sanierungen am Gebäude.“

Seit Kennerknecht als erster hauptamtlicher Rathauschef Grafraths gewählt wurde, gab es wiederholt Kritik von Seiten der Bürger für Grafrath (BfG) wegen der Kosten für einen Berufsbürgermeister. Die BfG hatten Kennerknechts Vorgänger Hartwig Hagenguth gestellt, der seinerzeit wegen der Altersgrenze von 65 Jahren für einen hauptamtlichen Rathauschef nicht mehr kandidieren durfte. Aktuell hört man keine Kritik. „Ich kann mir aber vorstellen, dass der hauptamtliche Bürgermeister noch einmal thematisiert wird, wenn die Wahl näher rückt“, sagt Kennerknecht.

Organisation wird einfach auf die Familie abgestimmt

Er hält es weiter für sinnvoll, dass sich ein Rathauschef berufsmäßig um die Leitung der Gemeinde kümmert. Die Amtsgeschäfte sind laut Kennerknecht umfangreich. „60 bis 70 Stunden sind durchaus normal“, sagt er. „Unabhängig von meiner Person wüsste ich nicht, wie ein nebenamtlicher Bürgermeister das leisten kann.“

Trotz der zeitintensiven Arbeit schafft der Hattenhofener es, Amt mit Frau und Kindern zu kombinieren. „Ich kann die Organisation ein Stück weit auf die Familie abstimmen“, sagt er. Als seine Kinder noch kleiner waren, sei dies schwieriger gewesen. Außerdem bestehe die Möglichkeit, dass die Familie ihn zu Veranstaltungen am Abend auch mal begleite. Dank zunehmender Erfahrung habe er Amt und Familie „zuletzt ganz gut unter einen Hut gebracht“.

Die Chancen, dass er das auch weiterhin tun kann beziehungsweise muss, sind gegeben. CSU-Sprecher Gerald Kurz bestätigte, dass die Partei den parteifreien Kandidaten wieder ins Rennen schicken wird. In Sachen Gegenkandidaten hat sich bislang nur die Frauenliste (FLG) klar positioniert. „Wir stellen keinen Kandidaten“, sagt Andrea Seidl.

Bei SPD, BfG und GE ist noch keine Entscheidung gefallen. Grünen-Rat Roger Struzena sagt nur: „Wir haben bisher noch nie einen Kandidaten gestellt.“ Kennerknecht glaubt, dass sich Gegenkandidaten erst relativ kurz vor der Wahl zeigen werden.

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