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Der Mammutbaum wird bis zu 3000 Jahre alt. Für Waldbauern wirtschaftlich keine Alternative, weiß Manfred Heilander.

Forstlicher Versuchsgarten Grafrath

Diese Bäume trotzen im Klimawandel der Hitze und der Dürre

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Der Rekordsommer vom vergangenen Jahr hat den Wäldern arg zugesetzt. Im Forstlichen Versuchsgarten in Grafrath ist davon aber nichts zu spüren. Den über 300 Baumarten geht es blendend. Und das Areal liefert wichtige Erkenntnisse für den Umbau des heimischen Waldes.

Grafrath – Der Volksmund weiß es seit Langem: „Die Mischung macht’s“. Für Manfred Heilander sind die Worte aber mehr als nur eine Floskel. Die richtige Mischung ist für den Chef des Versuchsgartens seit über 30 Jahren die Grundlage seines Schaffens. Rund 340 Baum- und Straucharten krallen sich in „seinem“ Garten in den Boden oberhalb von Grafrath. Es ist diese Vielfalt, die das 34 Hektar große Gelände so faszinierend macht – und so widerstandsfähig gegen die Eskapaden des Klimas oder die Attacken von Schädlingen.

Versuchsgarten kommt mit Trockenheit gut zurecht

„Der Garten ist mit der Trockenheit im vergangenen Jahr sehr gut zurechtgekommen“, sagt der 60-Jährige. Denn im Gegensatz zur hierzulande weit verbreiteten Fichte, die flach wurzelt, bohren sich die Fundamente der meisten Bäume im Versuchsgarten auf der Suche nach Wasser tief in den Boden hinein. Außerdem – und da kommt die Mischung ins Spiel – ist eine abwechslungsreiche Vegetation besser gegen Schädlinge geschützt als Monokulturen.

Ganz fair ist der Vergleich mit anderen Wäldern nicht

Ganz fair ist der Vergleich des Versuchsgartens mit den restlichen Wäldern im Landkreis freilich nicht. Auf den 34 Hektar wachsen Bäume aus der gesamten nördlichen Hemisphäre. Diese Mischung hält den Wald zwar gesund – doch sie ist keine Blaupause für den heimischen Forst, sagt der Garten-Chef.

Denn Wald muss fast immer wirtschaftlich sein. Die Bäume sollen schnell wachsen, das Holz für Industrie und Handwerk gut nutzbar sein. Da fallen Arten wie der beeindruckende Mammutbaum schon raus. Ein paar Exemplare stehen davon in Grafrath. Doch sie wachsen zu langsam. 3000 Jahre kann so ein Riese alt werden – selbst für Waldbauern ein zu langer Zeithorizont.

Ein Baum mit Zukunft

Heilander setzt eher auf Arten wie die Esskastanie. „Ein Baum mit Zukunft“, sagt der Forstwirt. Auch die Douglasie mit ihren Pfahlwurzeln sei gut auf den Klimawandel vorbereitet. Aber auch heimischen Bäumen wie der Weißtanne, der Eiche oder der Buche gibt der Wald-Experte gute Chancen. Sein Motto: Den Klimawandel auf viele Schultern verteilen.

Richtig geforscht wird im Versuchsgarten zwar nicht mehr – doch kommen immer wieder Waldbesitzer ratsuchend zu Heilander, lassen sich alternative Arten erklären oder holen sich Tipps.

Aber auch die anderen Besucher fragen dem Forstwirt Löcher in den Bauch – und fast immer geht es dabei um das sich rasant verändernde Klima. „Der Klimawandel ist in den Köpfen der Menschen drin“, sagt der Gartenleiter.

Der Versuchsgarten

an der Jesenwanger Straße 11 in Grafrath ist geöffnet von 1. April bis 31. Oktober: Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 13 bis 17 Uhr.

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