Erst war der Unteraltinger Maibaum geklaut worden. fotos: tb

Traditionspflege

Doppelte Aufregung um Unteraltinger Maibaum

Regen und empfindlich kalte Temperaturen: Diese Wettervorhersage für den 1. Mai sorgte dafür, dass die Grafrather Trachtler „D’Ampertaler“ das Maibaumaufstellen im Ortsteil Unteralting kurzfristig um einen Tag vorverlegt hatten.

Grafrath –  Allerdings mussten die Grafrather Trachtler am Morgen des 30. April erst einmal einen Schrecken verkraften. Denn das Prachtstangerl, das die Vereinsmitglieder seit Januar vorbereitet und gestrichen hatten, war verschwunden. Die Konkurrenz aus Inning hatte mit 19 Mann zugeschlagen und den 26 Meter langen Baum noch in der Nacht von Samstag auf Sonntag erst auf den Schultern zum Ortsschild getragen und dann mit Traktor und Anhänger abtransportiert.

Die Inninger Landjugend hatte den Baum schon eine ganze Weile observiert. Als sie mitbekamen, dass sich die letzte Wache kurz nach 4 Uhr aufs Ohr legte, war der Maibaum quasi schon weg.

Dann wurde er verfrüht aufgestellt.

„Er war aber nur drei Stunden nicht da“, berichtet der Vorsitzende der Ampertaler, Thomas Mayr. Denn schnell begab man sich in telefonische Verhandlungen mit den Dieben, damit der Stamm rechtzeitig zum Aufstellen zurück war. 300 Liter Bier und eine Brotzeit versprachen die Grafrather den Dieben. Und die brachten das Stangerl nach einer Rast in Inning zurück. Vorher besserten sie noch kleine Kratzer aus.

Die Auslösefeier wird laut Mayr zwar erst Ende Mai stattfinden. Gefeiert wurde am 30. April aber schon mal gemeinsam. „Wir haben zu den Inningern gesagt: Wenn ihr schon da seid, dann könnt ihr auch beim Aufstellen mithelfen.“ Das ließen sich die Maibaumdiebe nicht zweimal sagen. Schließlich gab es auch das eine oder andere Freibier für sie.

Dass sie mit dem frühzeitigen Aufstellen gegen die Tradition verstoßen hätten, dagegen verwehrt sich der Vorsitzende der Ampertaler. „Es ist seit dem 16. Jahrhundert belegt, dass ein Maibaum in der Walpurgisnacht, dem 30. April, oder am 1. Mai, oder auch erst an den Pfingstfeiertagen aufgestellt werden kann“, sagt Mayr.

Dessen habe man sich bewusst noch einmal versichert, nachdem die Wettervorhersage für den 1. Mai bekannt wurde. Weil für den 30. April dagegen schönstes Wetter angesagt war, habe man am Freitagabend die Verlegung beschlossen.

Da in der Kürze der Zeit keine öffentlichen Bekanntmachungen mehr möglich gewesen waren, verbreiteten die Trachtler den neuen Termin vor allem über Facebook. „Es war die richtige Entscheidung“, sagt Mayr heute über die Verlegung. Mehr als 500 Besucher seien bis spät in die Nacht bei der Maifeier gewesen. Das wäre einen Tag später nach Mayrs Ansicht kaum möglich gewesen. „Da hat das Wetter ja wieder ganz anders ausgeschaut.“(ad)

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