Das Altenwerk in Grafrath.

Corona

Schutzkleidung: Einrichtungen sehen Probleme beim Nachschub

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Seit sich das Coronavirus ausbreitet, horten die Menschen Desinfektionsmittel und Schutzmasken. Für Altenheime, Sozialdienste und Krankenhäuser könnte das zum Problem werden.

Landkreis –  „Die Lage beim Material ist scheiße“, sagt Rafael Suslow, Geschäftsführer des Altenwerks Marthashofen in Grafrath – überlegt und betont mit Nachdruck: „Ja, einfach scheiße.“

Beim Desinfektionsmittel sei man vom Lieferanten versetzt worden. „Zum Glück bekommen wir noch eine Notausstattung von einer Firma in Emmering.“ Suslows einziger Trost: Weil Besucher derzeit nicht kommen, ging der Verbrauch zurück. Dennoch helfe die Emmeringer Notlieferung nur über die nächsten zwei Monate, sagt Suslow. Danach sei offen, wie es weitergehe. Noch schlimmer schaue es beim Mundschutz aus: „Da kann man sich den Mund fusslig telefonieren.“

Ähnlich besorgt ist Birgit Weiß, Kreisgeschäftsführerin der Caritas. „Noch haben wir Desinfektionsmittel“, sagt sie. Nachschub sei aber schwer zu bekommen. Zwar sagen Patienten des mobilen Pflegedienstes derzeit von sich aus Körperpflege-Termine ab. Aber viele Hilfsdienste könne man nicht einfach einstellen. „Diese Mitarbeiter müssen geschützt werden.“

In der Kreisklinik Fürstenfeldbruck sind alle benötigten Medikamente, Desinfektionsmittel und Schutzmasken vorhanden, sagt Alfons Groitl vom Klinikvorstand. Und Bestellungen seien getätigt. Aber: „Produkte werden nur rationiert von den Lieferanten zugeteilt“, sagt Groitl. Desinfektionsmittel bekäme man genug. Bei den Schutzmasken jedoch werde der Vorrat in absehbarer Zeit aufgebraucht sein, sollte sich die Zahl der stationären Corona-Patienten erhöhen.

Im Josefstift der Arbeiterwohlfahrt in Fürstenfeldbruck passt man sich so gut es geht an die Lage an. Man verzichtet derzeit auf Gruppenangebote und führt nur eine Einzelbetreuung der Bewohner durch.

Nicht nur wegen der Versorgungsprobleme sind die Mitarbeiter der Hilfseinrichtungen verunsichert, wie Rafael Suslow vom Altenwerk Marthashofen sagt. „Die Pfleger werden ins Ungewisse geschickt“, sagt er und spricht ihnen ein Lob aus, dass sie dennoch ihre Aufgaben zuverlässig verrichten. „Sie haben aber viele Fragen, wir sprechen viel mit ihnen.“

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