Debatte um Gewerbesteuer

Firmenchef kontert Kritik seiner Gegner

Grafrath - In der Debatte um den Wegzug der Firma Cabero aus Grafrath meldet sich nun Firmenchef Tino Cabero zu Wort. Er widerspricht zuletzt laut gewordenen Behauptungen, die Gewerbesteuer sei eingebrochen und bestätigt: „Spätestens 2018 verlassen wir Grafrath.“

Das Unternehmen hatte angekündigt, Grafrath zu verlassen, nachdem eine zur Expansion nötige Erweiterung des Gewerbegebiets am Wahlfeld in einem Bürgerentscheid gescheitert war. Zuletzt hatte die Gemeinde zudem die freiwilligen Leistungen eingefroren – laut Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) auch wegen der Unsicherheiten bei der Gewerbesteuer, die durch den Wegzug Caberos entstehen werden.

Gegner der Gewerbegebietserweiterung hatten darauf hingewiesen, dass Cabero im Jahr 2014 lediglich noch knapp 23 000 Euro Gewerbesteuer an die Gemeinde abgeführt hatte. Zuvor waren es regelmäßig Beträge im sechsstelligen Bereich. Dies geht aus den im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanzen des Unternehmens hervor.

Tino Cabero: „Alle lachen über den Bauernstadl.

Laut Tino Cabero wäre aber auch 2014 wieder ein sechsstelliger Betrag angefallen. Dass weniger überwiesen wurde, habe an einer Verrechnung gelegen. „Bei einer Betriebsprüfung wurde festgestellt, dass wir zu viel Gewerbesteuer vorab bezahlt hatten“, sagt der Firmeninhaber. Die daraus resultierende Gutschrift sei 2014 verrechnet worden. „Hierbei sei erwähnt, dass die in der Betriebsprüfung gesichteten Jahre nicht in die Amtszeit von Markus Kennerknecht fallen, sondern in die seines Vorgängers“, betont Cabero.

Die Firma sei in den vergangenen 16 Jahren ein verlässlicher, treuer und konstanter Steuerzahler gewesen. Die Entscheidung, Grafrath zu verlassen, werde von betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten getragen, die Grafrath nach dem Bürgerentscheid nicht befriedigen konnte. Das respektiere man. „Wir bitten jedoch auch zu respektieren, dass nicht die Firma Cabero Grafrath verlassen wollte, sondern Grafrath keine weiteren Flächen für die Firma stellen darf.“

Der Firmenchef fühlt sich und seine Firma von anders lautenden Behauptungen denunziert und wehrt sich. Die Grafrather Bürger sollten sich nach Caberos Ansicht fragen, was die Gegner der Gewerbegebietserweiterung zu tun gedenken, um das finanzielle Loch zu stopfen. „Wenn mein Unternehmen tatsächlich kein wertvoller Steuerzahler gewesen ist, dürfte es kein Problem für diese Bürger und Unternehmer sein, die sozialen Missstände, die durch eine Kürzung des Haushalts entstehen, mit ihrem eigenen finanziellen Engagement aufzufangen.“ Cabero geht davon aus, dass die Gegner es dem Bürgermeister überlassen, „den von ihnen geschaffenen Trümmerhaufen zu beseitigen“.

Alternative bei Einnahmen muss her

Parallel kritisiere man die Haushaltskürzung mit immer wiederkehrend falschen Tatsachen. Die Gemeinde werde in den nächsten Jahren und aus heutiger Sicht mit Mindereinnahmen zu rechnen haben. „Wir sind erstaunt, dass die Mehrheit der Bürger von Grafrath es zulässt, dass eine solche unternehmensfeindliche Politik und ein solches Image ihrer Gemeinde nach Außen projiziert werden darf“, sagt Cabero. Die Leidtragenden seien die Bürger von Grafrath und die Sozialeinrichtungen.

Man könne lange darüber diskutieren, nicht vorhandene Steuereinnahmen zu verteilen. Oder man könne gemeinsam nach einem Weg suchen, es sozialverträglich abzufedern, wie es derzeit der Bürgermeister vollziehe.

Der Haushalt von Grafrath, so der Firmenchef, sei erst dann gesichert, wenn bis 2018 eine alternative Steuereinnahme zu Cabero erschlossen werden könne. Auf die Lösung dieser Aufgabe sollten sich seiner Meinung nach alle Verantwortlichen konzentrieren. „Aber wie wir die Gegner kennenlernen durften, werden diese sich mit Einsatz von großem Populismus darauf konzentrieren, dass die umliegenden Gemeinden und Landkreise wieder einmal kopfschüttelnd und gleichzeitig herzhaft über den absurden Bauernstadl Grafrath lachen können“, sagt Tino Cabero.

von Andreas Daschner

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