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Die Glocken in der Kirche von Höfen erklingen auch heuer zum Jahreswechsel.

Höfener Kirchenglocken sind ehemaligem Papst gewidmet

Sie läuten für St. Silvester

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Die Kirche Höfen in Grafrath ist weithin als Marienkirche bekannt. Doch das Gotteshaus feiert auch heute Namenstag. Denn der Zweitpatron neben der Heiligen Mutter Gottes ist Papst Silvester. Nach ihm ist der letzte Tag des Jahres benannt.

Mesner Markus Kraut zeigt das Bild von St. Silvester, dem zweiten Patron der Kirche.

Grafrath „Viele wissen gar nicht, dass der Heilige Silvester Zweitpatron von Höfen ist“, sagt Mesner Marcus Krautner. Dabei erinnert ein Bild im Bereich des Altarraums an ihn. Silvester I. war vom 31. Januar 314 bis zu seinem Tod am 31. Dezember 335 Papst. Er soll einer frühmittelalterlichen Legende zufolge den römischen Kaiser Konstantin den Großen vom Aussatz geheilt und getauft haben. Im Jahr 813 wurde er in den Heiligenkalender der römisch-katholischen Kirche aufgenommen.

Doch nicht nur deshalb hat die Grafrather Pfarrkirche einen besonderen Bezug zum letzten Tag des Jahres. Sie war auch lange Zeit eine der wenigen Gotteshäuser in der Region, die an Silvester die Glocken läuteten – aus einem ganz einfachen Grund. „Neben Höfen besaßen nur das Kloster Fürstenfeld, Dießen und Gilching noch Glocken“, sagt die Grafrather Ortsarchivarin Christel Hiltmann.

Die älteste Glocke in Höfen ist die Heilig-Kreuz-Glocke aus dem Jahr 1350. Ob diese wirklich auch zum Jahreswechsel Punkt Mitternacht ertönt ist, darüber gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen. „Man erzählt es sich zumindest“, sagt Hiltmann. In jedem Fall läutete die Glocke aber am Gedenktag des Zweitpatrons der Kirche, wie auch Krautner weiß.

Eine historische Postkarte zeigt eine Luftaufnahme der Kirche von Höfen und ihrer Umgebung.

Die Heilig-Kreuz-Glocke ist mit 53 Zentimetern Höhe nicht nur die kleinste des Geläuts in Höfen. Sie war auch lange Zeit die Einzige. Im 16./17. Jahrhundert kamen zwei weitere hinzu. Die Jüngste – die Marienglocke – stammt gar erst vom 15. Dezember 1958. Die Bronzeglocken werden heute allesamt elektronisch betrieben.

Doch das war nicht immer so. „Die Heilig-Kreuz-Glocke war lange nicht angeschlossen, weil sie nicht zum Klang passen soll“, sagt Krautner. Erst vor rund vier Jahren hat der Mesner auch die kleine Glocke an den Motor angeschlossen. Sie läutet nun bei den Hochfesten mit.

Dass sie das noch immer kann, ist übrigens nicht selbstverständlich. Denn zahlreiche Glocken allerorts fielen dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Sie wurden eingeschmolzen, um daraus Munition herzustellen. Doch die Glocken in Höfen blieben davon verschont. Das Geläut wurde allerdings dennoch aus dem Kirchturm ausgebaut – bei der Renovierung des Turms in den 1970er-Jahren. Beim Wiedereinbau wurden die Glocken per Seilzug auf den 56 Meter hohen Turm gezogen, wo sie noch heute auf den letzten Tag eines jeden Jahres warten.

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