An der Amper ist im Sommer oft alles zugeparkt.
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An der Amper ist im Sommer oft alles zugeparkt.

Nach dem Sommer 2020

Müll, Lärm und Streit: Grafrath will klare Regeln für die Amper erlassen

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Für den Badeplatz an der Amper in Grafrath soll es ab kommendem Sommer klare Regeln geben. Der Gemeinderat bastelt an einer Nutzungssatzung für den Bereich bei der Wasserwacht sowie der Sohlstufe im Fluss. Damit wollen die Kommunalpolitiker den zuletzt zum Teil ausufernden Verhältnissen dort Herr werden.

Grafrath – Müll, nächtlicher Lärm, Konflikte zwischen Badenden und Radfahrern, jede Menge Bootsfahrer: Grafraths Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) war bereits im September mit der Situation an der Amper unzufrieden. Im Gemeinderat wurde daraufhin angeregt, mit einer Satzung für klare Nutzungsregeln zu sorgen. Nun legte Kennerknecht einen entsprechenden Satzungsentwurf vor.

Darin habe man sich auf drei zentrale Themen konzentriert: die Nutzungszeiten, den Umweltschutz und die Probleme mit den Radfahrern. „Wir müssen bei den Vorgaben darauf achten, dass sie umsetzbar und praktikabel sind“, sagte Kennerknecht.

Radfahren soll verboten werden

Der Satzungsentwurf sieht unter anderem vor, dass das Radfahren auf der Liegewiese verboten ist. Abfälle müssen ordnungsgemäß entsorgt werden und Hunde sind während der Badesaison von 15. Mai bis 15. September verboten. Außerdem darf kein unnötiger Lärm zum Beispiel durch Musikabspielgeräte erzeugt werden. Offenes Feuer und grillen soll verboten werden. Außerdem soll der Aufenthalt grundsätzlich nur in der Zeit von 5 bis 22 Uhr, sowie an Freitagen und Samstagen von 5 bis 23 Uhr gestattet sein. Die Satzung sieht bei Ordnungswidrigkeiten eine Geldbuße in Höhe von bis zu 2500 Euro vor.

Im Gemeinderat stieß der Entwurf auf Zustimmung. Allerdings gibt es noch Ergänzungsvorschläge. Monika Glammert-Zwölfer (Grüne) fordert zum Beispiel ein Verbot, Boote auf der Liegewiese abzulegen. Auch soll wenigstens eine Feuerstelle angeboten werden.

Hartwig Hagenguth (BfG) möchte neben Fahrrädern auch motorisierte Zweiräder verbieten, nachdem offenbar auch immer wieder Mopeds auf die Liegewiese fahren. Das Hundeverbot möchte er hingegen erst ab dem Wasserwachtgebäude, nicht jedoch auf dem Parkplatz davor. Damit soll ermöglicht werden, dass Hundebesitzer dort wenigstens parken können.

Teil in Privatbesitz

Erschwert wird der Erlass der Satzung dadurch, dass nicht das gesamte Gelände der Gemeinde gehört. Ein Teilabschnitt ist in Privatbesitz. Bürgermeister Kennerknecht möchte deshalb Kontakt mit dem dortigen Eigentümer aufnehmen. „Ich will ihn ins Boot holen, damit er die Regeln der Satzung auch für sein Grundstück übernimmt“, sagte der Rathauschef.

Manfred Heilander (GE) möchte außerdem eine Infotafel, auf der die Nutzer auf die dortigen Umwelt- und Naturschutzgebiete sowie das „Natura 2000“-Gebiet hingewiesen werden. Das jedoch sieht Hagenguth kritisch – zum einen, weil just das Gemeindegrundstück nicht unter Natur- oder Landschaftsschutz steht, zum anderen, weil die Beschilderung der angrenzenden Schutzgebiete immer sehr schnell dem Vandalismus zum Opfer fielen und verschmiert werden würden.

Die Änderungsvorschläge sollen nun in den Entwurf eingearbeitet und danach dann weiter beraten werden. Auf Vorschlag von Begona Prieto Peral (Grüne) sollen auch noch die Wasserwacht und der Jugendbeirat zum Entwurf der Satzung angehört werden, „da diese am meisten davon betroffen sind“. Bürgermeister Markus Kennerknecht peilt an, dass die Satzung spätestens zur nächsten Badesaison greifen soll.

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