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Nur noch wenige Hühner fanden Landwirt Thomas Mayr und Tocher Lilly nach dem Diebstahl im Gehege. Die zwei Ziegen, die die Hühner vor Raubvögeln schützen sollen, sind noch da. 

Grafrath

Diebe stehlen 110 Hühner – 25 Tiere tot

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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In Grafrath haben Hühnerdiebe zugeschlagen. 110 Tiere sind von einem Freigehege im Ortsteil Unteralting verschwunden. Landwirt Thomas Mayr konnte es zunächst nicht glauben. Aber seine Geschichte ist kein Einzelfall.

Grafrath – Mehr als 200 Tiere hatte Thomas Mayr (52) in seinem mobilen Hühnerstall. Bereits am Montag erschien der Familie des Landwirts die Zahl der noch vorhandenen Tiere aber seltsam gering. Am Mittwoch zählte er schließlich nach – und konnte es kaum glauben: Nur noch 90 Tiere waren übrig.

Zwar seien 25 Hühner tot im Gehege gelegen. „Aber das könnte auch ein Fuchs gewesen sein“, sagt Mayr. Damit nicht zu erklären ist hingegen die darüber hinaus fehlende Zahl von 110 Hühnern, darunter auch Gockel Konstantin. „Ich habe überall nachgeschaut, aber es waren nirgends Spuren zu sehen – keine Federn keine weiteren toten Tiere.“ Auch wegen des fehlenden Gockels glaubt Mayr nicht an einen Fuchsüberfall. „Wir hatten den Gockel acht Jahre lang, der hätte eher dem Fuchs Angst gemacht, als dass er zugelassen hätte, dass seinen Hühnern was passiert.“

Schwarzer Sprinter

Da blieb nur noch ein Schluss: Hühnerdiebe haben zugeschlagen. Der Verdacht erhärtete sich, als Mayr die Anwohner beim etwas von seinem Hof entfernt liegenden Stall befragte. „Die Nachbarn haben erzählt, dass sie zweimal einen schwarzen Sprinter gesehen haben.“ Die Insassen seien zum Stall gegangen, aber ohne Hühner zurückgekommen. „Ich vermute, die haben das Gelände ausgekundschaftet.“

Vom Diebstahl selbst hat hingegen keiner etwas mitbekommen – was Mayr aber nicht allzu sehr wundert. Er geht davon aus, dass die Diebe im Dunkeln zugeschlagen haben, da die Tiere sonst ordentlich Rabatz geschlagen hätten. „In der Nacht geben Hühner aber keinen Mucks von sich“, sagt der Grafrather. Die Tiere würden im Dunkeln einfach nur dasitzen und könnten problemlos aufgehoben werden. Gleichwohl müsse der Diebstahl von 110 Tieren ordentlich Zeit in Anspruch genommen haben.

Mittlerweile hat Mayr die Polizei informiert. Die hat ihm bestätigt, dass solche Fälle bereits vorgekommen seien und ihm geraten, die Sache publik zu machen. „Eigentlich wollte ich das nicht“, sagt Mayr. „Das glaubt einem doch keiner.“ Aber weit gefehlt. Der Grafrather berichtete in einer Gruppe von Berufskollegen in den sozialen Medien über seinen Fall. „Ich bekam binnen kürzestem acht Rückmeldungen aus ganz Deutschland über ähnliche Fälle“, sagt er.

Was ist mit den Tieren passiert?

Einer davon ereignete sich im Mai gar nicht so weit weg von Grafrath: In Obersöchering (Landkreis Weilheim-Schongau) wurden einer Frau elf Hühner gestohlen. In der Social-Media-Gruppe erfuhr Mayr noch von ganz anderen Fällen: „Hühnerställe wurden einfach angezündet“, erzählt er. Oder aber die Tiere wurden enthauptet und einfach liegen gelassen. „Da fragt man sich schon, wer in unserer Gesellschaft so alles unterwegs ist.“

Auf etwa 1100 Euro zuzüglich dem entgangenen Verkauf von Eiern beziffert Mayr den wirtschaftlichen Schaden. „Das ist aber nur die eine Seite“, sagt er. Den Grafrather treibt auch die Sorge und Unsicherheit über das Schicksal seiner Tiere um. „Sitzen sie jetzt in einem viel zu engen Käfig? Oder sind die schon zu Frikassee verarbeitet worden?“ Er selbst habe immer sehr auf das Tierwohl geachtet und extra den mobilen Hühnerstall angeschafft und sein großes, eingezäuntes Freigehege errichtet.

Seine verbliebenen 90 Hühner mussten indessen nicht lange alleine bleiben. Gleich am nächsten Tag hat Mayr bei einem Züchter 160 neue Tiere erworben. Die trauen sich zwar noch nicht so recht auf das Freigelände. „Aber das kommt schon noch“, sagt der Landwirt.

Damit die neuen Tiere nicht auch wieder Opfer von Hühnerdieben werden, wird Mayr aus dem Fall seine Konsequenzen ziehen: Er wird sein Freilaufgehege und den Stall ab sofort mit einer Kamera überwachen. „Das sollte jeder machen, der Tiere hat“, sagt der Grafrather Landwirt.

Hinweise

an die zuständige Polizei in Bruck unter der Nummer (0 81 41) 61 20.

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