Ein Motorradfahrer fährt auf dem Schauinsland
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In Grafrath fürchtet man, dass im Frühjahr und Sommer wieder mehr Motorradraser auf der Strecke nach Mauern unterwegs sein werden. (Symbolbild)

Über die Kreisstraße wird seit Jahren diskutiert

Grafrath fordert Tempo 80 auf Raser-Strecke

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Es wird wärmer, der Verkehr nimmt zu. In Grafrath fürchtet man deshalb, dass wieder mehr Motorradraser auf der Strecke nach Mauern unterwegs sind. Die Gemeinde will diese ausbremsen und dazu auch das Landratsamt ins Boot holen.

Grafrath – Seit Jahren ist die Kreisstraße zwischen Grafrath und Mauern in der Diskussion, weil diese von Motorradfahrern als Rennstrecke missbraucht wird. Im vergangenen Jahr haben sich hier zudem zwei schwere Unfälle ereignet, bei denen ein 39-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt und ein 18-Jähriger sogar getötet wurde – allerdings beides nicht im Zusammenhang mit Raserei.

Mittlerweile wurde Tempo 70 am Grafrather Ortseingang eingeführt. Doch das ist den Ratsmitgliedern nicht genug. Denn im vergangenen Sommer wurden Messungen durchgeführt, die die weiteren Bedenken bestätigen: Noch immer wird zu schnell gefahren.

An drei Stellen wurden Daten aufgezeichnet, wie Verkehrsreferent Arthur Mosandl (Grüne) nun im Gemeinderat ausführte: am Bürgerstadel in Grafrath, an der Abzweigung von der Kreisstraße nach Unteralting und an der Verkehrsinsel vor Mauern. Bereits am Grafrather Ortsschild würden viele Verkehrsteilnehmer 60 bis 70 Stundenkilometer fahren. Auf der kurvigen Strecke wurden Spitzengeschwindigkeiten bis zu 127 Stundenkilometer gemessen.

Und auch der Lärm ist massiv: An allen Stellen wurden laut Mosandl in einem Drittel der Fälle Werte von über 80 Dezibel gemessen. „Das bedeutet eine massive Belästigung, ab 85 Dezibel gilt Lärm sogar als gesundheitsgefährdend“, sagte Mosandl.

Die Mitglieder des Gemeinderats wollen deshalb noch einmal Druck bei der Verkehrsbehörde im Landratsamt machen. Sie fordern ein Tempolimit von 80 auf der gesamten Strecke zwischen Grafrath und Mauern. Außerdem sollen die Geschwindigkeitstrichter vor den Orten noch einmal verschärft und die Fahrzeuge schon frühzeitig auf Tempo 50 heruntergebremst werden. Auf Anregung von Anton Hackl (Grafrather Einigkeit) soll zudem ein Überholverbot auf dem Abschnitt zwischen der Einmündung nach Unteralting und Hackls Aussiedlerhof geprüft werden.

Einig war man sich, dass die Polizei zu verstärkten Kontrollen aufgefordert werden soll. „Das bringt am meisten“, so Karl Ruf (CSU/BV). Inwieweit sich die Gemeinde mit ihren Forderungen durchsetzen kann, muss sich laut Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) erst zeigen: „Wir können Anträge stellen, aber die Begutachtung und Umsetzung obliegen der Polizei und der Verkehrsbehörde.“

Monika Glammert-Zwölfer (Grüne) denkt, dass die Gemeinde durch die Messungen nun eine bessere Datengrundlage zur Unterfütterung ihrer Forderungen hat. Als aussichtslos bezeichnete Kennerknecht dennoch die einmal mehr laut gewordene Forderung, das Grafrather Ortsschild weiter in Richtung ortsauswärts zu versetzen.

Außerdem wird auch die Kommune im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv: So soll geprüft werden, ob die Gemeinde zwei Schilder an der Straße aufstellen darf, die auf die gefährliche Strecke hinweisen. Zudem werden zwei weitere Tempodisplays gekauft. Nicht zuletzt möchte die Gemeinde mit der kommunalen Verkehrsüberwachung gegen Raser vorgehen.

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