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Die Jesenwanger Straße in Grafrath wurde saniert. Doch was kommt an Ausbaubeiträgen wieder rein?

Haushaltsberatungen

Grafrath greift in die Rücklagen

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Trotz hoher Investitionen kann die Gemeinde Grafrath ruhig in die Zukunft blicken. Heuer bleibt im Verwaltungshaushalt wohl ein Überschuss von fast 900 000 Euro. Zwar müssen dennoch die Rücklagen angegriffen werden – aber nur vorübergehend.

GrafrathWie Kämmerin Kerstin Heldeisen bei der Vorberatung des Zahlenwerks im Finanzausschuss erläuterte, ist heuer ein Griff in die Rücklagen in Höhe von gut 1,8 Millionen Euro nötig. Ab kommendem Jahr soll sich das Geld auf der hohen Kante aber wieder mehren. Gebraucht wird der Betrag laut Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) unter anderem, um die Generalsanierung der Schule zu finanzieren und das Altenwerk Marthashofen beim Bau des neuen Kinderhauses zu unterstützen.

Außerdem plant die Gemeinde Grundstückskäufe. Der Grund und Boden wird aber nicht sofort benötigt. Vielmehr soll er gemäß dem Strategischen Finanzierungskonzept der Gemeinde als Vorrat dienen, um später gegebenenfalls auf dem Wohnbausektor tätig werden zu können – so wie jetzt zum Beispiel beim Einheimischenmodell im Ortsteil Mauern. Wenn dann die Grundstücke veräußert werden, könne man Folgekosten abfedern, heißt es in dem Konzept.

Mit rund 800 000 Euro ist die Generalsanierung der Schule einer der größten Posten in dem Zahlenwerk. Noch einmal 100 000 Euro mehr fließen nach Marthashofen für den Bau des Kinderhauses. Die Gemeinde benötigt die Plätze in der Einrichtung des Altenwerks, um den Bedarf decken zu können. Allerdings beteiligt sich auch die Nachbargemeinde Moorenweis an dem Projekt, weil auch Kinder von dort nach Grafrath kommen. Der Anteil von knapp 83 000 Euro steht deshalb den Ausgaben gegenüber.

Aber es gibt einen großen Unsicherheitsposten im Zahlenwerk: Die Einnahmen aus den Ausbaubeiträgen für die Jesenwanger Straße. Ob das Geld fließt, steht nach dem angestrebten Volksentscheid der Freien Wähler zur Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) und nach dem durch die CSU-Landtagsfraktion beschlossenen Ende der Strabs in den Sternen. Im Haushalt ist bei dem Betrag in Höhe von 800 000 Euro vermerkt, dass sich die Kommune gegebenenfalls alternative Ersatzleistungen vom Freistaat erhofft.

Trotz dieses Wackelpostens und angesichts der sonstigen guten Werte muss die Gemeinde aber nicht jeden Cent einzeln umdrehen. Deshalb wollen es sich die Ausschussmitglieder auch mehrheitlich leisten, einen Raum für kulturelle Zwecke anzumieten. „Dort sollen Ausstellungen stattfinden“, erklärte Kennerknecht. Dem Vorhaben muss das Hauptgremium zwar ebenfalls noch zustimmen, dennoch wurden bereits 4000 Euro als Mietausgaben angesetzt.

Und auch Zuschüsse und freiwillige Leistungen wurden wieder abgesegnet. Hier sind die größten Posten: 13 000 Euro für die Rasso-Musikschule, 16 000 Euro für den Pfarrverband, für die Neugestaltung des Parkplatzes vor der Rassokirche und 25 000 Euro als Zuschuss zum Umbau des St.-Mauritius-Kindergartens für eine vierte Gruppe. Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat mit 5:2 Stimmen, das Zahlenwerk abzusegnen.

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