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Eine Mittelinsel soll den Verkehr bremsen.

Grafrath

Insel am Ortseingang soll Raser bremsen

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Einen Geh- und Radweg von Grafrath nach Moorenweis will der Landkreis im kommenden Jahr entlang der Kreisstraße FFB 6 bauen. Das nutzt die Gemeinde Grafrath, um etwas gegen Raser zu tun.

Grafrath – Die Gemeinde will am Ortseingang eine Insel errichten, die Raser ausbremsen soll. Dank des Radwegbaus kann die Kommune das Vorhaben relativ günstig realisieren. Eine Querungshilfe für die Radler ist am Ortsausgang ohnehin nötig. Sie soll sicherstellen, dass alle Radfahrer auf den Weg entlang der Westseite der Kreisstraße gelangen können.

Während der Landkreis die Minimalvariante einer Insel für rund 120 000 Euro realisieren würde, wollen die Mitglieder des Gemeinderats eine größere Lösung. Die soll Raser vor allem ortseinwärts bremsen. Die Kommune soll nur die Mehrkosten tragen.

Planer Manfred Ziegler stellte nun diverse Varianten im Gemeinderat vor. Dort wurde die mit 178 000 Euro Gesamtkosten günstigste Lösung favorisiert. Jedoch war dafür nicht nur der Preis verantwortlich. Arthur Mosandl (Grüne) sah in der Variante die sicherste Lösung, die zudem ausreichend bremsende Wirkung hat und zur Lärmreduzierung beiträgt.

Wegen der Lastenräder verbreitern?

Die Fahrbahn ortseinwärts würde dabei nach Westen verschwenkt. Auf der Ostseite – also ortsauswärts – fiele die Verschwenkung nicht ganz so stark aus. Allerdings soll Ziegler bei der Größe der Aufstellfläche für Radler auf der Insel noch einmal nachbessern. Die vorgeschlagenen 3,15 Meter waren den meisten Räten zu wenig. Und auch Ziegler räumte ein: „Angesichts der wachsenden Zahl von Lastenrädern sollte man das noch verbreitern.“

Eine kurze Debatte gab es um die Lage der Insel. Während sie in den Plänen außerhalb der Ortstafel situiert ist, wollte sie Anton Hackl (Graf-rather Einigkeit) lieber weiter im Ort haben. Er befürchtete, dass Autofahrer auf dem Gefälle von Moorenweis kommend ansonsten vor allem bei Glatteis Probleme bekommen könnten. Laut Ziegler eignet sich die von Hackl vorgeschlagene Stelle aber nicht, da sie in einem Kurvenbereich liegt und unübersichtlich sei.

Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) verwies außerdem auf den massiven Eingriff in den Baumbestand, der an dieser Stelle nötig wäre. Der von Hackl erwähnten Gefahr kann man laut Ziegler mit einem Geschwindigkeitstrichter entgegenwirken. Dabei würde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit vor der Insel von 100 über 80 auf 60 Stundenkilometer reduziert.

Auf Vorschlag von Thomas Prieto Peral (Grüne) wird außerdem geprüft, ob das Landratsamt einer Versetzung des Ortsschildes nach weiter ortsauswärts zustimmen würde. „Das hätte eine zusätzliche bremsende Wirkung“, sagte er. Das Gremium stimmte am Ende geschlossen dafür, die diskutierte Variante mit den besprochenen Änderungen weiter zu verfolgen.

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