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Der Bahnhof in Grafrath.

Grafrath

Leihräder am Bahnhof: Erst muss die Fläche her

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Am Bahnhof könnte eine Leihradstation entstehen. Voraussetzung ist aber, dass die Gemeinde das Areal von der Bahn kaufen kann. Vorher in Verhandlungen mit der Bahn einzusteigen, hält Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) nicht für sinnvoll.

Grafrath – Der Landkreis will in Zusammenarbeit mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ein Netz aus Mobilitätsstationen errichten. Grafraths Nachbarkommune Kottgeisering hat eine solche Station in ihrem Gemeindegebiet davon abhängig gemacht, ob auch der Grafrather Bahnhof in das Netzwerk aufgenommen wird. „Je mehr Standorte es gibt, desto sinnvoller ist dieses Netz“, sagte Kennerknecht. Dann könnten Räder an der einen Station geliehen und an einer anderen wieder zurückgegeben werden.

Die Mobilitätsstationen sehen je nach Größe auch Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge vor. Eine solche hält Vize-Bürgermeisterin Ingrid Wild (SPD) aber für zu teuer. Etwa 15 000 Euro müsste die Gemeinde dafür berappen. Dazu kommen bis zu 8500 Euro Unterhaltskosten pro Jahr. Gegengerechnet würden die Leihgebühren für die Räder.

„Wir sollten erst einmal mit einer kleinen Station anfangen und schauen, wie diese angenommen wird“, sagte Wild. Eine kleine Station kostet die Kommune nur 10 000 Euro sowie 5000 Euro Unterhalt.

Skepsis ob der Leihräder

Hartwig Hagenguth (Bürger für Grafrath) ist skeptisch, ob die Leihräder angenommen werden. Denn wenn Nutzer vom Bahnhof nach Hause fahren, könnten sie das Rad an keiner anderen Station abgeben. Gebühren werden aber fällig, bis das Rad wieder an einer Station steht. Auch Bernd Traut (Grafrather Einigkeit) vermutet, dass die Gemeinde damit Bürger aus anderen Gemeinden und touristische Rundfahrten finanziert.

Kennerknecht stellte auch in Frage, ob die Grafrather alles alleine finanzieren müssten. „Aber eine Mitfinanzierung durch andere Kommunen dürfte sich erfahrungsgemäß schwierig gestalten.“

Roger Struzena (Grüne) kürzte die Debatte mit seinem Hinweis ab, dass man sich jetzt die Köpfe noch nicht heiß diskutieren müsse, wenn die Station ohnehin erst nach dem Kauf des Bahnhofsareals in Frage komme. „Bis dahin gibt es sicher allgemeine Erfahrungswerte, die wir dann verwerten können“, sagte er. Gleichwohl erklärten die Räte einstimmig, dass man sich eine kleine Station dann grundsätzlich vorstellen kann.

In Germering und Puchheim beschäftigt man sich ebenfalls mit dem Konzept der Mobilitätsstationen.

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