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Grafrath hat seinen Haushalt beschlossen.

Scharfer Ton bei Debatte

Grafrath macht Plus von 480 000 Euro

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Trotz Corona kann die Gemeinde Grafrath die laufenden Ausgaben decken. Das geht aus dem Entwurf des Haushaltsplanes für das laufende Jahr 2021 hervor, der im Finanzausschuss diskutiert wurde. Demnach erwirtschaftet die Gemeinde ein Plus von rund 480 000 Euro, das für Investitionen zur Verfügung steht.

Grafrath - Der Ton bei der Haushaltsdebatte war trotz des positiven Entwurfs stellenweise rau. Vor allem als es um das strategische Einnahmen- und Ausgabenkonzept der Gemeinde ging, rauschten die Grünen-Vertreter Begona Prieto Peral und Arthus Mosandl mit Gerald Kurz von der CSU zusammen.

Die Grünen hatten einen ausführlichen Entwurf eingebracht, in dem sie weitere allgemeine Projekte in das Papier aufnehmen wollten, das bevorzugt die monetäre Sicht beinhaltet. Kurz bezeichnete die Vorschläge als „Grünen-Parteiprogramm“ und beantragte erfolgreich ein vorzeitiges Ende der Debatte – was wiederum Mosandl sauer aufstieß: „Wir konnten nicht über unsere konkreten Vorschläge diskutieren.“ Kurz verwies auf eine Zoom-Konferenz, die offenbar bereits im Vorfeld der Sitzung stattgefunden hatte und bei der alle Punkte angesprochen worden seien.

Prieto Peral erklärte, sie empfinde den Ton im Gremium zunehmend als schwierig. „Mir fehlt die Diskussion, alles wird nur schnell, schnell, schnell abgehandelt.“ Kurz forderte hingegen „etwas mehr Professionalität“ von den Grünen.

Als sich die Streithähne zunehmend ins Wort fielen, musste Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) sie zur Räson rufen. Der Grünen-Entwurf werde zu Protokoll genommen, sagt der Rathauschef. „Er geht mit dem Entwurf des Konzepts in den Gemeinderat.“ Dort wird am 29. März auch abschließend über den Haushalt entschieden, der im Ausschuss im Gegensatz zum Einnahmen- und Ausgabenkonzept weitgehend unumstritten war.

Diskutiert wurden lediglich die Ansätze für die Jugendarbeit und für den Neubau des Leichenhauses. Jugendreferentin Prieto Peral wünscht sich mehr Geld für das Konzept zur Jugendarbeit, das erstellt werden soll. 1000 Euro sind dafür im Haushalt veranschlagt. Konkrete Vorschläge hatte sie aber noch nicht, da diese erst mit dem Jugendbeirat erarbeitet werden müssen. Letztlich einigte man sich darauf, den Betrag zu belassen, das Thema aber im Jugendausschuss zu diskutieren.

Mosandl kritisierte indessen die geplante Größe des Leichenhauses auf dem Höfener Friedhof. In der Finanzplanung der Gemeinde sind in den kommenden Jahren 600.000 Euro für ein zehn mal 22 Meter großes Gebäude vorgesehen. Für Mosandl ist das zu groß. „Ein Gebäude in der Hälfte dieser Dimension ist ausreichend“, sagte er.

Mit seinem Antrag, die Ansätze zu verringern, scheiterte er aber an einem 2:7-Votum. Kennerknecht erklärte jedoch, dass über die Dimensionierung des Neubaus im Verlauf der Bauplanung noch einmal diskutiert werden könne. ANDREAS DASCHNER

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