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Hier werden die Grafrather Gemeinderatsmitglieder Platz nehmen: Bürgermeister Markus Kennerknecht im Sitzungssaal

Grafrath

Nach der Kommunalwahl: Generationenwechsel im Gemeinderat

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Die Kommunalwahl hat zum Generationenwechsel im Grafrather Gemeinderat geführt. Von den 16 Stühlen im Gremium werden neun neu besetzt. Acht Mandatsträger davon sind erstmals als Ratsmitglied tätig, mit Anton Hackl gibt es außerdem einen Rückkehrer.

GrafrathDie Neuzugänge teilen sich auf drei Gruppierungen auf. Die CSU mit insgesamt fünf Sitzen stellt zwei neue Mandatsträger, die Grafrather Einigkeit (GE) mit drei und die Grünen mit vier Plätzen (siehe Kasten) sind sogar mit komplett neu zusammengesetzten Fraktionen dabei.

Das Rettungswesen ist nicht nur das politische Steckenpferd des 52-jährigen Karlheinz Dischl (CSU). Der gebürtige Grafrather ist auch Vorsitzender der Feuerwehr. „Mein Feld als Gemeinderat sind deshalb die Feuerwehr, die Helfer vor Ort und die Wasserwacht“, sagt der zweifache Familienvater, der selbstständig in der Sonnenschutz-Branche tätig ist. Auch im Bereich des Bauwesens möchte er sich einbringen. Priorität hat für Dischl, zu dessen Hobbys Fußball, Motorradfahren und Stockschießen zählen, aber zunächst ein anderes Thema: „Sicherungsgrundlagen für die Bürger in Folge der Corona-Pandemie.“

Ebenfalls neu im Grafrather Gremium ist der 67-jährige Karl Ruf (CSU), den viele Grafrather von seiner Zeit als Vorsitzender der SpVgg Wildenroth kennen. Sein großes Hobby ist der Sport. Der gelernte Diplom-Informatiker ist im Ruhestand. Er lebt seit 1988 in Grafrath und hat vier Kinder. „Ich möchte vernünftige, konstruktive Lösungen auf den Weg bringen“, sagt Ruf. Sein politisches Handlungsfeld sieht er dabei in den Bereichen Bauen, Wohnen, Arbeit und Freizeit.

Vereine unterstützen

Bereits im Jahr 2012 hatte Silvia Dörr (GE) die Chance, als Nachrückerin in den Gemeinderat einzuziehen. „Damals musste ich aus beruflichen Gründen meinen Platz an Klaus Rüth weiterreichen“, erinnert sie sich. Nun wurde sie direkt ins Gremium gewählt. Die 58-jährige Leiterin des Fachdienstes „Leben im Alter“ bei der Caritas kam 1984 aus beruflichen Gründen nach Grafrath. „Ich habe mich schon immer für Kommunalpolitik interessiert“, sagt sie. Als Gemeinderätin sei es ihr wichtig, das Ehrenamt und die Vereine zu unterstützen. „Ebenso will ich Lösungen erarbeiten, wie bezahlbarer Wohnraum für Einheimische, Familien und Senioren in Grafrath aussehen kann.“

Bereits von 2008 bis 2014 im Gemeinderat war der 53-jährige Anton Hackl (GE). 2014 kandidierte er auf der Liste der CSU/BV – „um Markus Kennerknecht als Bürgermeister zu unterstützen“, wie der Landwirt erklärt. Damals scheiterte er am Einzug ins Gremium, nun kehrt er für die GE wieder zurück.

Nachhaltigkeit

Die Hackls gehören zu den Alteingesessenen im Ort. Die Familie lebt bereits seit dem 19. Jahrhundert in Grafrath. Als Landwirt, der als Hobby alte Rinderrassen und Geflügel züchtet, liegt Anton Hackl die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft am Herzen. Daneben will er sich für bezahlbaren Mietwohnraum, die Sanierung von Straßen und Radwegen sowie die Sicherung der Wasser- und Abwasserversorgung engagieren.

Das Trio der neuen Fraktion komplettiert der 61-jährige Manfred Heilander (GE). Der Gartenleiter des forstlichen Versuchsgartens in Grafrath ist in der Ampergemeinde aufgewachsen und ist seit 20 Jahren als Fußballtrainer im Jugend- und Seniorenbereich sowie seit 25 Jahren als Skilehrer tätig. Der Vater eines erwachsenen Sohnes will sich für Umwelt und Natur, eine vernünftige, machbare Ortsgestaltung, regenerative Energien und Nachhaltigkeit einsetzen. „Mein Ziel ist außerdem eine weitere Verbesserung beim Verkehr hinsichtlich der Fahrradwege, der Bundesstraße im Ort, der Geschwindigkeit und der öffentlichen Verkehrsmittel.“

Grüne haben ihre Sitze verdoppelt

Mit einer Verdoppelung ihrer Mandate sind die Grünen die großen Gewinner der Kommunalwahl in Grafrath. Alle vier gewählten Räte sind erstmals im Gremium vertreten. Zuerst zu einem Duo: Thomas und Maria Begoña Prieto Peral sind zwar verheiratet, legen aber Wert darauf, dass sie als eigenständige Räte im Gremium wahrgenommen werden. Das Paar hat drei Kinder und teilt sich das Wandern als Hobby. Die 51-jährige gebürtige Spanierin lebt seit 16 Jahren in Grafrath und will sich im Gemeinderat für den Umweltschutz und ein Klimawandelmanagement einsetzen. Als wichtige Ziele hat sie sich Tempo 30 im Ort, ein Fahrradkonzept und die Umgestaltung Grafraths zur Klimakommune auf die Agenda geschrieben. „Als Spanierin liegt mir viel an einem toleranten Zusammenleben“, sagt die Professorin für Sprache und Kultur der spanischsprachigen Welt. Ihr Mann Thomas Prieto Peral ist in Grafrath aufgewachsen und mit seiner Frau vor 16 Jahren dorthin zurückgekehrt. 

Bau eines Windrads

Der 53-Jährige ist evangelischer Pfarrer und als Planungsreferent im Team des bayerischen Landesbischofs tätig. Seine politischen Steckenpferde sind die Verkehrsplanung, der Ortsentwicklungsplan und das Klima. Er will Konzepte für den Grafrather Bahnhof und den Klimaschutz vor Ort voranbringen. Dabei geht es ihm nicht nur um das Klima im Sinne von Wetter: „Ich halte eine intakte Umwelt und gutes soziales Klima für entscheidend“, sagt der Hobby-Fotograf. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die Klimakatastrophe noch verhindern können, wenn wir jetzt konsequent handeln“, sagt Monika Glammert-Zwölfer (46). Die Mutter von vier Kindern ist beruflich als Bauleiterin im Garten- und Landschaftsbau tätig ist. 

Ein wichtiges Ziel ist für die begeisterte Ausdauersportlerin und Chorsängerin, die seit 19 Jahren in Grafrath lebt, die Umsetzung einer Windkraftanlage in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden. Seit 1. Januar im Ruhestand befindet sich der frühere Sozialarbeiter Arthur Mosandl. Die frei gewordene Zeit nutzt der seit 1993 am Ort lebende Grafrather für seine politischen Schwerpunkte: Verkehr und Senioren. „Ich engagiere mich für Radwege in Grafrath und für das geplante Projekt Seniorenwohnen auf dem ehemaligen Märchenwaldgelände“, sagt Mosandl, der bürgerschaftliches Engagement neben dem Lesen und der Bewegung im Freien sogar als Hobby bezeichnet. Der Vater eines Kindes setzt dabei auf neue Ideen, aber auch auf Kompromissfähigkeit. Man müsse im Gemeinderat an einem Strang ziehen

Neue Serie

In einer neuen Serie stellt das Tagblatt die neuen Gemeinderatsmitglieder der 17 West-Gemeinden vor. Die Serie erscheint in loser Folge.

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