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Der Gemeinde beziehungsweise der Verwaltungsgemeinschaft entstand finanzieller Schaden.

Grafrath

Schwere Vorwürfe gegen Altbürgermeister

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Der ehemalige Rathauschef der VG Grafrath, Hartwig Hagenguth, soll für einen finanziellen Schaden in sechsstelliger Höhe verantwortlich sein. Für rechtliche Schritte ist es aber zu spät. Ein Nachspiel könnte die Angelegenheit aber trotzdem für ihn haben.

Grafrath – Einen Vermögensschaden von knapp 100 000 Euro soll Hartwig Hagenguth für die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Grafrath verursacht haben. Die Grafrather CSU hat deshalb beantragt zu prüfen, ob dem früheren VG-Vorsitzenden und Rathauschef der Titel des Alt- Bürgermeisters aberkannt werden kann.

Dass der mittlerweile seit knapp sechs Jahren amtierende Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) mit Altlasten zu kämpfen hatte, ist schon länger bekannt. Nach einer Anfrage im Gemeinderat erklärte er nun erstmals die Hintergründe. Demnach sei bei der Einstellung eines Gemeindebeamten ein Beschluss der VG nicht ordnungsgemäß umgesetzt worden. Deshalb musste die VG rund 97 000 Euro mehr an den bayerischen Versorgungsverband abführen.

Auf Tagblatt-Nachfrage erläuterte der Rathauschef, dass ein Beamter übernommen oder berufen werden könne. „Die Übernahme ist dabei für den Aufnehmenden finanziell vorteilhafter“, sagt Kennerknecht. Mehr wollte er zu der Personalangelegenheit aber nicht sagen. Klar ist jedoch: Weil der Fall inzwischen verjährt ist, kann die VG keine Regressforderungen auf zivilrechtlichem Weg mehr durchsetzen.

„Die VG bleibt auf dem Schaden sitzen“, erklärte der amtierende Rathauschef. Die VG-Versammlung habe dem Verantwortlichen dafür eine Missbilligung ausgesprochen. Die Gemeinde Grafrath sei dabei mit knapp 50 000 Euro betroffen. Kennerknecht nahm bei seinen Ausführungen den Namen Hagenguth aber nicht in den Mund.

Keine Auswirkung auf den Ehrensold

Das holte Vize-Bürgermeisterin Ingrid Wild (SPD) nach, die den Beschuldigten direkt ansprach. „Sie haben der VG einen großen finanziellen Schaden zugefügt, dafür erwarte ich eine Entschuldigung“, sagte sie in Richtung Hagenguth, der für die „Bürger für Grafrath“ (BfG) weiter im Gemeinderat sitzt.

Hagenguth erklärte, dass er sich zu der Sache nicht äußern, sondern die weitere Entwicklung abwarten wolle. Gegen die Missbilligung hat er Rechtsmittel eingelegt, weil er Verfahrensfehler seitens der VG sieht. Dass er nun im Grafrather Ratsgremium direkt benannt wurde, bestärke ihn darin.

Kennerknecht hielt entgegen, dass er auf eine Anfrage hin lediglich vorgetragen habe, was in der VG-Versammlung geschehen sei – und das „ohne eine Wertung“. CSU-Fraktionssprecher und VG-Ratsmitglied Gerald Kurz erklärte, dass man sich in der Verwaltungsgemeinschaft etwa zwei Jahre lang intensiv mit dem Thema beschäftigt habe. Konfrontiert mit den Vorwürfen habe sich Hagenguth uneinsichtig gezeigt, eine vernünftige Kommunikation sei nicht möglich gewesen. „Die Bürger haben aber Anrecht auf Transparenz“, sagte Kurz.

Auf Anregung des CSU-Rats hin soll die Verwaltung nun prüfen, ob Hagenguth der Titel des Alt-Bürgermeisters aberkannt werden kann. Auf den Ehrensold, den der frühere Rathauschef bekommt, hat das laut Kennerknecht allerdings keine Auswirkungen. „Der ist gesetzlich festgelegt.“

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