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Beispielfoto aus einer Kita.

Grafrath

Schwere Vorwürfe: Kripo ermittelt in Kinderkrippe

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Es ist ein sensibles Thema, doch die Vorwürfe stehen im Raum und müssen aufgearbeitet werden: Gegen mindestens eine Erzieherin der Kinderkrippe Rasso-Bande hat die Kripo nach einer Anzeige Ermittlungen wegen des Verdachts auf Misshandlung Schutzbefohlener aufgenommen. Der Betreiber der Einrichtung hat bereits reagiert.

Grafrath – Ein Sprecher der Polizei Oberbayern-Nord berichtet auf Anfrage davon, dass ein Elternpaar Anfang November Anzeige erstattet habe. Es gehe um den Tatverdacht des Missbrauchs oder der Misshandlung von Schutzbefohlenen und der Körperverletzung. In einem Fall gehe es auch um üble Nachrede respektive um Mobbing. Angezeigt worden sei zunächst eine Person. Aufgabe der Kripo sei es, Licht ins Dunkel zu bringen, was aufwendig sei. „Wir müssen auch prüfen, ob Kinder im Alter von ein bis drei Jahren geschlagen worden sind und ob es Grobheiten gab.“ Längst nicht alle Zeugen seien vernommen.

Das sagt der Betreiber

Die Geschäftsführerin des Trägers der Kinderkrippe betont, den Fall sehr ernst zu nehmen. Sie spricht von einem Verdacht der Kindswohlgefährdung, der weiterhin nicht bestätigt ist, da Aussage gegen Aussage stehe. Sie bezieht sich auf eine Stellungnahme des Landratsamtes, woraus hervorgeht, dass momentan nicht von Kindswohlgefährdung gesprochen werden kann. Die Untersuchungsergebnisse sollen abgewartet werden.

Der Träger der Kinderkrippe hat eine neue Leitung eingesetzt und das Team in der Rasso-Bande verändert. Er arbeitet eng mit dem Jugendamt zusammen. Es sei auch ein Elternabend geplant. Außerdem wird die neue Leitung die pädagogisch-konzeptionelle Ausrichtung für die Rasso-Bande verändern. Vermutlich habe es im Team Unstimmigkeiten gegeben, die die Gesamtsituation beeinflusst habe. Wichtig sei es nun, den Fall aufzuklären. Nicht richtig sei es aber, jemanden vorzuverurteilen.

Das Jugendamt ist auch involviert

Das Jugendamt berichtet, dass im September das Landratsamt Elternbeschwerden erreichten, die eine schlechte Kommunikation der Einrichtung mit den Eltern zum Gegenstand hatten. Diese hätten aber kein Indiz auf Kindeswohlgefährdungen enthalten. Unverzüglich habe ein Gespräch mit dem Trägervertreter sowie der Einrichtungsleitung stattgefunden, im Rahmen dessen unter anderem die Teilnahme an Schulungen und die Etablierung regelmäßiger Rücksprachen mit der Kindertagesstättenaufsicht vereinbart wurden.

Ende Oktober erlangte das Jugendamt erstmals Kenntnis von Hinweisen auf mögliche Gefährdungen. „Es erfolgte daraufhin unverzüglich ein Termin vor Ort, mit welchem die Aufklärung der Vorwürfe eingeleitet wurde, die noch nicht abgeschlossen ist“, so das Jugendamt. Als Sofort-Maßnahme wurde angeordnet, dass keiner der beschuldigten Mitarbeiter alleine mit den Kindern arbeiten dürfe. Beschuldigte Mitarbeiter seien derzeit nicht im Dienst. Momentan bestehe keine Kindeswohlgefährdung. Misshandlungen lagen nach bisherigem Stand der Ermittlungen der Kindertagesstättenaufsicht nicht vor, so das Jugendamt.

Bürgermeister hofft auf positive Entwicklung

Die Kripo will den Fall nun aufklären, wobei ein Sprecher betont: „Wir sind erst am Anfang.“ Grafraths Bürgermeister Markus Kennerknecht ist in das Geschehen ebenfalls eingebunden, auch weil die Gemeinde das Gebäude für das Kinderhaus zur Verfügung stellt. Er berichtet, dass es in den vergangenen Jahren nie Probleme mit der Rassobande gab. Kennerknecht betont die Wichtigkeit von Transparenz gegenüber den Eltern und hofft, dass es positiv mit der Einrichtung weitergehe.

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