Nach diesem Modell wollen die Grafrather Gemeinderäte die Bebauung des ehemaligen Märchenwald-Geländes weiterverfolgen. Im Nordosten (rechts oben) findet sich das Seniorenwohnen, im Nordwesten die geplante Kindertagesstätte.

Heimat für Alt und Jung 

So könnte man im Märchenwald in Grafrath wohnen

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Alt und Jung sollen auf dem ehemaligen Märchenwald-Gelände in Grafrath eine gemeinsame Heimat finden. Ein Konzept, wie das aussehen könnte, wurde nun vom Gemeinderat abgesegnet.

Grafrath – Es entstand im Rahmen eines Wettbewerbs, an dem elf Planungsbüros teilgenommen hatten. Die Überplanung des riesigen Areals ist nicht einfach. Nur etwa zwei Hektar können aufgrund der Topografie genutzt werden. Deshalb hatten die Planer mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen, wie Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) betonte. „Die Stellplatzsituation und den Verkehr mussten die Planer ebenso berücksichtigen wie naturschutzfachliche Fragen aufgrund des dortigen Baumbestandes, die Höhenlinien und den Lärmschutz zur nahen Bahnlinie.“

Am besten haben diese Probleme nach Ansicht der Jury ein Stadtplaner aus München und ein Landschaftsarchitekt aus Landshut gelöst. Die Wertungsrichter – bestehend aus Mitgliedern der Gemeinderatsfraktionen und Fachleuten – attestierten dem Konzept Eleganz mit einer gewissen Lockerheit. Vorgesehen sind mehrere Wohngebäude. „Die evangelische Landeskirche, der das Areal gehört, wird in Teilen als Bauherr auftreten“, erklärte Kennerknecht hierzu. Inwieweit hier auch die Gemeinde involviert sein wird, sei Sache der derzeit laufenden Verhandlungen.

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Ebenfalls geplant ist eine Kindertagesstätte und – im Nordosten des Areals – ein Komplex für die SeWoGe, eine Genossenschaft, die dort Seniorenwohnen realisieren will. Zum Entwurf mit drei Baukörpern für die SeWoGe bezweifelte Burkhard von Hoyer (BfG), dass dies den Wünschen der Genossenschaft entspricht. Kennerknecht erklärte jedoch, dass er mit der SeWoGe in Kontakt stehe und diese einem Weiterarbeiten mit dem Konzept zustimme – zumal es sich nur um einen Entwurf handle, den man ohnehin noch konkreter ausarbeiten müsse. Dennoch lehnte von Hoyer als einziger Gemeinderat das Konzept ab.

Lob für lockere Gruppierung der Baukörper

Die Jury lobte indessen, dass alle Nutzungen von den umliegenden Straßen und der Bahntrasse abgerückt sind. Dadurch ergebe sich zusammen mit einem direkt an der Villenstraße vorgesehenen Parkdeck ein guter städtebaulicher Schallschutz.

Gelobt wird in der Stellungnahme der Wertungsrichter auch die lockere Gruppierung der Baukörper, die den Erhalt des als wichtig eingestuften Baumbestands ermögliche. Durch die Situierung der Kita nahe des bestehenden Hans-Leipelt-Hauses könne außerdem der Wald als Spielfläche einbezogen werden.

Auch bei Kennerknecht kam die Lösung mit dem Parkdeck gut an – nicht nur wegen des Schallschutzes: „Das ist eine elegante Lösung, zumal damit das Quartier verkehrsfrei gehalten werden kann.“ Außerdem begrüßte er, dass die Planung voraussichtlich relativ günstig zu realisieren sei. „Das ist im Hinblick auf bezahlbaren Wohnraum wichtig.“

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Bevor aber tatsächlich in die Bauleitplanung eingestiegen und das Konzept weiter ausgearbeitet werden kann, müssen noch eine Reihe von Hausaufgaben erledigt werden. Dazu zählen unter anderem die Verhandlungen mit dem Grundeigentümer, der evangelischen Landeskirche. Aber auch mit der SeWoGe und der evangelischen Kirchengemeinde in Grafrath, die die Kita betreiben soll, sind laut Kennerknecht noch viele Fragen zu klären. Gleichwohl könne man mit dem Siegerentwurf guten Gewissens weiterarbeiten. Das sah auch eine 9:1-Mehrheit im Rat so.

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