+
Der Vogelturm in Kottgeisering entstand mit Leader-Förderung.

Grafrath will Ammersee-Projekt verlassen

  • schließen

Grafrath ist als einzige Kommune des Landkreises Fürstenfeldbruck an der Leader-Aktionsgruppe Ammersee beteiligt. Deren Nutzen wird aber mittlerweile in Frage gestellt.

Grafrath – Der Gemeinderat denkt darüber nach, ganz auszusteigen. Die Räte sehen wenig Sinn in der Beteiligung, da vor allem Verbesserungen im Bereich des Ammersees bezuschusst werden. Zwei neue Projekte wollen die Räte schon jetzt nicht mehr mitfinanzieren.

Grafrath gehört als einzige Kommune im Landkreis der Aktionsgruppe an. Diese setzt sich ansonsten aus Landsberger und Starnberger Kommunen zusammen, die direkte Anrainer des Sees sind. Wie Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) ausführte, flossen bislang kaum Zuschüsse in Grafrather Projekte. Lediglich für einen Pilgerführer für den Graf-Rasso-Weg gab es eine Finanzspritze von ein paar hundert Euro.

Außerdem würde sich der Rathauschef gegebenenfalls um Leader-Zuschüsse bemühen, wenn an der Amper in Grafrath eine angedachte Kanulände entstehen soll. Doch diese Aussicht ist Max Riepl-Bauer zu wenig: „Wer weiß, ob diese Lände überhaupt kommt.“ Die Mitgliedschaft bringe der Gemeinde nichts.

Fehlende Transparenz?

Noch deutlicher wurde Bernd Traut (GE): „Die Bürger werden überhaupt nicht mitgenommen“, kritisierte er die fehlende Transparenz. „Ich bin mir sicher, dass die Hälfte der Bürger in Grafrath nicht einmal weiß, was Leader ist.“ Eine Beteiligung der Gemeinde sei absolut unsinnig und der Mitgliedsbeitrag sei rausgeworfenes Geld.

Lediglich Roger Struzena (Grüne) brach eine Lanze für das Projekt. Er sieht Chancen, dass die drei Landkreise bei einem gemeinsamen Verkehrskonzept an einem Strang ziehen und auch etwas für das Radwegenetz rund um den Ammersee bis Grafrath tun. Das Gremium lehnte eine Beteiligung an dem Dachprojekt „Freizeiträume und Mobilität“ in Höhe von knapp 3400 Euro jedoch mit 1:11 Stimmen ab.

Auch an der Schaffung einer „App Ammerseepfad“ will sich die Mehrheit der Räte nicht beteiligen. Im Frühjahr wird sich das Gremium dann mit einer weiteren Mitgliedschaft an der Leader-Aktionsgruppe Ammersee kritisch auseinandersetzen.

Dann nämlich läuft die aktuell laufende, zweite Förderperiode ab. Es ist gut möglich, dass Grafrath nicht mehr für eine dritte zur Verfügung steht. Die Aktionsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die Attraktivität der Region zu fördern und unter anderem die Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen zu unterstützen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Deshalb wehren sich Anwohner gegen geplante Eishalle
Sie wohnen gegenüber des Eisstadions und haben die Nase gestrichen voll. Die lärmgeplagten Anwohner der Holzhofstraße fühlen sich von der Stadt und dem EV …
Deshalb wehren sich Anwohner gegen geplante Eishalle
Bodycams dokumentieren Einsatz in Asylunterkunft
Kameras, die Polizisten am Körper tragen, so genannte Body-Cams, erhöhen die Chancen, Eskalationen bei Einsätzen zu beschränken. 
Bodycams dokumentieren Einsatz in Asylunterkunft
Landsberieder Grüne mit neuem Schwung
Landsberieds Rathauschefin Andrea Schweitzer hat überraschend einen Herausforderer bekommen: Johann Märkl tritt für die Grünen als Bürgermeisterkandidat an. Fast auf den …
Landsberieder Grüne mit neuem Schwung
Nico aus Mammendorf
Über die Geburt ihres ersten Kindes freuen sich Agnieszka und Rafael Urbanczyk aus Mammendorf. Ihr Sohn Nico Rafael kam in der Brucker Kreisklinik zur Welt. Der kleine …
Nico aus Mammendorf

Kommentare