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Beispielfoto einer Lärmschutzwand in Lustheim (Kreis München).

Immer mehr Verkehr

Aus purer Not: Grafrath will Lärmschutz an der B471 selbst anpacken

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Der Verkehr auf der B 471 nimmt immer mehr zu – und mit ihm auch der Lärm durch Autos und Laster. Der Gemeinderat denkt jetzt nach, was zu tun ist.

Grafrath –  Der Grafrather Gemeinderat will seine Bürger schützen. Deshalb soll ein Lärmaktionsplan her.

Die jüngsten Fürstenfeldbrucker Pläne, eine Sporthalle für die Volleyballer aus Herrsching zu bauen, ließen Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) aufhorchen. Dazu kommt die Konversion des Fliegerhorstes in der Kreisstadt. Kennerknecht hat eins und eins zusammengezählt und meinte nun im Gemeinderat: „Da kann man dann absehen, wie die Verkehrsströme sich entwickeln werden.“

Tunnel für die B471 in weiter Ferne

Der Rathauschef will nicht weiter mit Briefen als Bittsteller bei den Behörden auftreten – zumal auch der von der CSU-Fraktion vor einiger Zeit ins Spiel gebrachte B 471-Tunnel im Grafrather Ortsbereich in weite Ferne gerückt ist. „Die Maßnahme wurde nicht für den Bundesverkehrswegeplan im Jahr 2012 eingebracht“, sagt Kennerknecht. Das ist nun erst wieder 2024 möglich. So lange heißt es im Plan des Bundes nur, dass beim geplanten vierspurigen Ausbau der B 471 bis Buchenau auch die Grafrather Verhältnisse berücksichtigt werden sollen.

Wahre Autolawinen rollen auf der B471 durch den Ort

Angesichts der Autolawinen – laut Bürgermeister Kennerknecht walzt eine fünfstellige Fahrzeugzahl täglich über die Bundesstraße durch den Ort –, die auch noch drohen zuzunehmen, sagte der Bürgermeister: „Wir müssen etwas tun und selbst tätig werden.“

Dass das Verwaltungsgericht bei der lange umstrittenen Tempobegrenzung in der Graf-Rasso-Straße auf 30 Stundenkilometer dem Lärm eine große Bedeutung zugemessen hat, lässt Kennerknecht nun hoffen, dass auch auf der B 471 bislang immer abgeschmetterte Maßnahmen realisiert werden können – allen voran Tempobegrenzungen auf der Bundesstraße. Ziel sei es, bauliche Veränderungen wie zum Beispiel den Einbau von Flüsterasphalt durchzusetzen.

B471 auch ein ökologisches Problem

Dies ist auch laut Gerald Kurz (CSU) ein großes Thema – nicht nur wegen des Lärms. Denn der Asphaltabrieb von der Straße tritt auch in die Grafrather Entwässerungskanäle ein. „Das ist ein ökologisches Problem“, sagte der CSU-Fraktionssprecher. Um etwas in der Hand zu haben, mit dem man die Forderungen bekräftigen kann, soll nun ein Lärmkataster erstellt werden. Darin wird unter Berücksichtigung aller Verhältnisse wie zum Beispiel der Topographie die Lärmbelastung für die Bürger durch die B 471 kartiert. Daraus will Kennerknecht dann den Aktionsplan ableiten. „Es kann nicht sein, dass wir auf dem Teilstück zwischen der Buchenau und Inning die Gelackmeierten sind“, sagte Rathauschef Markus Kennerknecht. Die Räte segneten das Vorgehen einstimmig ab.

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