Insgesamt fünf Beete hat das Bündnis „Klimaaktiv vor Ort“ angelegt. Jeder darf dort pflanzen, pflegen und ernten. Auf dem Foto bei der Arbeit an einem der Gemeinschaftsbeete der „Essbaren Gemeinde“: Roger Struzena (ehemaliges Grünen-Gemeinderatsmitglied) und Annette Fulda.	Fotos: Daschner
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Insgesamt fünf Beete hat das Bündnis „Klimaaktiv vor Ort“ angelegt. Jeder darf dort pflanzen, pflegen und ernten. Auf dem Foto bei der Arbeit an einem der Gemeinschaftsbeete der „Essbaren Gemeinde“: Roger Struzena (ehemaliges Grünen-Gemeinderatsmitglied) und Annette Fulda.

Klimaaktiv

Grafrath wird zur „Essbaren Gemeinde“

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Kräuter pflanzen, Unkraut jäten, Beeren pflücken – das kann in Grafrath ab sofort jeder. Das Bündnis „Klimaaktiv vor Ort“ hat mehrere Beete auf öffentlichem Grund angelegt. Damit wird Grafrath zur „Essbaren Gemeinde“.

Grafrath – Die Idee existiert schon seit einigen Jahren und wurde andernorts bereits erfolgreich umgesetzt: Kommunen stellen ihren Bürgern Flächen zu Verfügung, auf denen sie Lebensmittel anbauen und ernten können. „Wir haben die Initiative nach dem Vorbild von Städten wie Todmorden in Großbritannien, Nürnberg und Andernach ins Leben gerufen“, sagt Cornelia Wiesmeier vom Sprecherteam von „Klimaaktiv vor Ort“.

Aber auch im Brucker Landkreis gibt es bereits ein Beispiel: In Puchheim ist das Projekt unter dem Namen „Stadtbeete Puchheim“ bekannt. Nun können auch die Grafrather ohne eigenen Garten aktiv werden.

Unmittelbar vor der Schule, auf der Wiese vor dem Kinderhaus und am Wendehammer am Ende des Schulwegs hat das Bündnis insgesamt fünf Beete angelegt. Den Startschuss gaben die Mitglieder von „Klimaaktiv vor Ort“ selbst, als sie Erdbeeren, Stachelbeeren, Kohlrabi und Kräuter dort anpflanzten.

„Jeder darf dort pflücken oder sich etwas mitnehmen“, sagt Nina Faltermayr, die kräftig mit angepflanzt hat. Wer selbst etwas anbauen will, kann sich bei „Klimaaktiv vor Ort“ melden. Aber auch die Pflege der Beete wird allen Bürgern mit überlassen. „Man kann im Vorbeigehen einfach mal Unkraut zupfen“, erklärt Monika Glammert-Zwölfer, die für die Grünen im Grafrather Gemeinderat sitzt.

Risikesh Anantha Padmanaban vom Grafrather Jugendbeirat war beim Startschuss auch dabei und äußerte Interesse, dass Jugendliche ein Beet in Eigenregie pflegen und bepflanzen. Begona Prieto Peral, ebenfalls für die Grünen im Gemeinderat, könnte sich vorstellen, dem Beirat eines der Beete am Schulweg zu überlassen. Oder eines an anderer Stelle.

Denn mit den derzeit fünf Beeten muss es nicht getan sein, wie Nina Faltermayr betont. „Wenn das Projekt gut läuft, dann sind sicher auch weitere Standorte denkbar.“ Zudem wolle man bestehende Angebote wie den Kräutergarten der örtlichen Gartenfreunde im Zuge des Projekts „Essbare Gemeinde“ bekannter machen. So kann jeder mit Spaß Gartenarbeit betreiben und dabei auch noch das Klima schützen: Denn mit vor Ort produzierten Lebensmitteln wird der Ausstoß von Kohlendioxid verringert, weil sich Transportwege verkürzen.

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