Absage an Tiefgarage

Grafrather Ortsteil soll wachsen

Zwölf Bauparzellen mit 14 Wohnungen sollen im Rahmen des Einheimischenmodells im Grafrather Ortsteil Mauern entstehen. Tiefgarage wird es dagegen keine geben. Die ist den meisten Gemeinderäten schlicht zu teuer, wie in der jüngsten Sitzung deutlich wurde.

Grafrath - Rund 1,6 Millionen Euro würde eine Tiefgarage laut Planerin Silke Drexler kosten. Diesen Betrag zweifelten die Grünen-Räte Roger Struzena und Peter Kaifler jedoch an. Sie glaubten, dass das Bauwerk auch für knapp ein Drittel des Geldes, nämlich rund 500 000 Euro, machbar sei. Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) verwies jedoch auf technische Herausforderungen, die ein solcher Bau mit sich brächte.

Weil die Zufahrt zu den Feldern südlich des Areals durch das Neubaugebiet führt, bräuchte die Tiefgarage eine Decke, die auch schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge trägt.

Außerdem soll die Fläche auf der Garage begrünt werden. „Das ist aber nicht komplett möglich, weil die Straßen und Kurven breit genug für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge sein müssen“, sagte Kennerknecht. Drexler ergänzte, dass die Anforderungen die Kosten wieder in die Höhe treiben würden. „Für 500 000 Euro ist das sicher nicht machbar.“

Doch selbst wenn sich die Kosten nur auf zwei Drittel des von Drexler geschätzten Betrags belaufen würden, war dies vielen Räten zu teuer. „Wir wollen hier günstige Grundstücke für Einheimische schaffen“, sagte Sybilla Rathmann (CSU). Außerdem müsse man die Folgekosten für eine Tiefgarage bedenken.

Auch Bürgermeister Kennerknecht wollte den künftigen Käufern keinen unterirdischen Stellplatz für einen mittleren fünfstelligen Betrag aufzwingen – zumal nicht einmal alle notwendigen 26 Plätze in der Tiefgarage untergebracht werden könnten. Wegen der Kanalisation ist der der Platz laut Drexler nämlich beschränkt, sodass nur 24 unterirdische Stellplätze möglich wären. Max Riepl-Bauer (CSU) befürchtete zudem, dass die Tiefgaragenplätze nicht angenommen werden und die Autos dann doch wieder auf der Straße stehen. „Und dann kommen die Landwirte mit ihren Fahrzeugen nicht daran vorbei.“

Das sah auch die Ratsmehrheit so, die Tiefgarage wurde mit 3:9 Stimmen abgelehnt. Mit 11:1 Stimmen sprach sich das Gremium für die Schaffung von zwölf Bauparzellen aus. Die sollen Platz für vier Einzelhäuser und acht Doppelhaushälften bieten. An je einem Einzel- und Doppelhaus soll ein Anbau für eine weitere Wohnung ermöglicht werden, in der dann Eltern oder Elternteile mit einziehen können, um das Generationenwohnen zu fördern. andreas daschner

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