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Grafrather Psychotherapeut gründet Gesprächsgruppe nur für Männer

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Von: Andreas Daschner

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Dedo Distler, Gründer der Männergruppe Seenland.
Dedo Distler, Gründer der Männergruppe Seenland. © Privat

Der Grafrather Psychotherapeut Deo Distler will Männern helfen, über ihre Probleme zu sprechen. Dazu hat er die Männergruppe Seenland gegründet.

Grafrath – Probleme in Beziehungen, Veränderungen durch das Älterwerden, die Pandemie und noch mehr: Dass Männer sich offen über derartige Themen austauschen, erfordert laut Dedo Distler Mut. Den passenden Rahmen dafür liefert der Grafrather in seiner neuen Männergruppe Seenland.

Es sei oft nicht leicht, sagt Distler. „Aber auch wir Männer können offene Gespräche führen.“ Dafür sei es – wie so oft im Leben – nötig, Hindernisse zu bewältigen und Schwellen zu überschreiten. Dabei sieht sich der 68-jährige Psychotherapeut in Rente lediglich als Moderator.

Ein erstes Treffen hat bereits stattgefunden. Bisher seien vier Männer gekommen, die alle über Mundpropaganda auf die Gruppe aufmerksam geworden seien. Die alle lebenserfahrenen Teilnehmer hätten unterschiedliche Herkunft und Geschichte, seien zum Teil auch noch berufstätig. „Jeder bringt seine Erfahrungen mit, über die man sich austauschen kann“, sagt Distler.

Dedo Distler hat jahrelange Erfahrung in dem Bereich

Er habe viele Jahre gute Erfahrungen mit Männerarbeit gemacht, erzählt der Grafrather. Von 2002 bis 2018 war er an der Klinik Alpenblick in Isny tätig. Während dieser Zeit und auch danach arbeitete er in Männergruppen und Männer-Intensivseminaren. Den persönlichen Gewinn der Teilnehmer beschreibt Distler so: „Der Austausch macht nachdenklich, mildert Schmerzen, entängstigt, macht lebendiger und freier.“ Der Umgang mit sich selbst und der eigenen körperlichen und seelischen Gesundheit werde reflektierter. Und: „Persönliche Entscheidungen reifen besser.“

Die Idee, eine Männergruppe in Grafrath anzubieten, sei gereift, weil er trotz der Rente Zeit auch dafür habe. Auf der Suche nach einem Raum habe er Pfarrer Karl Mehl von der evanglischen Kirchengemeinde angesprochen. „Bei einem Spaziergang habe ich ihm von meinen Erfahrungen berichtet, und er fand es interessant“, sagt Distler. Schnell waren sich die beiden einig, dass das Gemeindezentrum für die Gruppe zur Verfügung steht.

Der Plan: Alle fünf bis sechs Wochen können sich interessierte Männer dort treffen und über ihre Probleme und Erfahrungen zu verschiedensten Themen sprechen -über Erkrankungen oder Beziehungen zum Beispiel. Die Gruppe ist aber für alle Themen offen, die die Teilnehmer bewegen.

Die Gesprächsregeln sind für viele erstmal ungewohnt

Männergruppe Seenland sei eine Gruppe mit Regeln, betont Distler. Die Regeln, die in der Runde zu beachten sind, lehnen sich an die Kommunikationsregeln von Ruth Cohn an. Vorab die wichtigste: Was in der Gruppe gesprochen wird, bleibt auch dort. Persönliches soll nicht nach außen getragen werden. Wichtig in Sachen Gesprächskultur ist die Regel „Nur einer spricht, die anderen hören zu“, sagt Distler. „Für viele ist das ein wenig ungewohnt“, sagt der Grafrather und schmunzelt.

Die Resonanz auf die erste Gruppe war bereits positiv. „Es kam schon der Wunsch nach einem engeren Rhythmus auf“, sagt Distler. Demnach sollen die Treffen monatlich stattfinden, nicht alle sechs Wochen. Das muss Distler aber erst mit Pfarrer Mehl besprechen. „Eventuell geht das ja nach der Weihnachtspause, wenn die Räume nicht mehr so stark genutzt sind.“

Wer teilnehmen will, kann sich bei Distler per E-Mail an maennergruppe-seenland@online.de anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos und natürlich freiwillig. Die Treffen können so lange besucht werden, wie es für den Teilnehmer Sinn macht. Dedo Distler ermutigt Interessierte, sich zu melden: „Die Schwelle ist nicht so hoch.“

Die nächste Gruppe wird (unter Berücksichtigung der dann aktuellen Pandemie-Bestimmungen) wahrscheinlich am Mittwoch, 12. Januar, stattfinden. Näheres wird den Interessierten, die sich angemeldet haben, dann per E-Mail bekanntgegeben werden.

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