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Ihr Spiel war eine Schau: die Hauptdarstellerinnen (v.l.) Lucia Graf, Corinna Reischl und Helma Dreher.

Rassoburg-Theater spielt Komödie

Grafrath ist heiß auf diese Theater-Nummer

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Eine Telefonsex-Hotline sorgt für Aufregung in Grafrath. „Eine ganz heiße Nummer“ ist es – aber sie ist nicht real. Vielmehr führt das Rassoburg-Theater die gleichnamige deutsche Kinokomödie im Dachsaal in Marthashofen auf.

Grafrath Schlüpfrig geht’s derzeit beim Rassoburg-Theater zu – auch wenn die Sex-Hotline nicht echt ist. Die Schauspieler erzählen in „Eine ganz heiße Nummer“ die aus dem Kino bekannte Geschichte dreier berufstätiger Frauen. Sie gründen in einer streng katholischen Gemeinde in Niederbayern besagte Hotline. Mit den Einnahmen wollen sie ihren Tante-Emma-Laden retten. Dass sie dabei einen handfesten Skandal beschwören, versteht sich.

Rassoburg-Schauspieler sprechen das Publikum direkt an

Erstmals spielt die Laiengruppe dabei unter der Regie der Schöngeisingerin Barbara Lackermeier, die auch schon für die Neue Bühne Bruck inszenierte. Die erfahrene Schauspielerin und Regisseurin lässt es auf der Bühne dabei „bayerisch rustikal“ zugehen – so steht es auch auf einem Flyer, der eigens für das Stück gedruckt wurde und während der Aufführung als Teil des Stückes im Publikum verteilt wird.

Überhaupt darf sich das Publikum bei der unterhaltsamen Komödie des Öfteren angesprochen fühlen. „Die vierte Wand durchbrechen“ heißt es im Schauspieler-Fachjargon, wenn die Zuschauer direkt angesprochen werden. Ein Stilmittel, zu dem Lackermeier und ihre Darsteller während der gut eineinhalbstündigen Aufführung regelmäßig greifen. Wer befürchtet, aktiv eingreifen zu müssen, der kann beruhigt sein. Das ist nicht der Fall. Dafür bestünde wohl auch kaum die Möglichkeit, denn die meiste Zeit ist das Publikum damit beschäftigt, lautstark über das lustige Treiben auf der Bühne zu lachen.

Im Dachsaal in Marthashofen fallen auch mal schlüpfrige Worte

Allzu prüde sollte man aber nicht sein, denn an einer Telefonsex-Hotline fallen auch mal schlüpfrige Worte. Diese verpacken die drei Hauptdarstellerinnen Corinna Reischl, Helma Dreher und Lucia Graf an einer Stelle sogar in eine zum Brüllen komische Musik- und Tanzeinlage. Dreher hat dabei als Waltraud Wackernagel – im Film gespielt von Gisela Schneeberger – mit ihrer sprichwörtlich „bayerisch rustikalen“ Art die meisten Lacher auf ihrer Seite. Sehens- und vor allem hörenswert ist aber auch, wenn Graf sich als prüde Lena Rosner in die heiße Lolita verwandelt und dabei ein Talent für schmutzige Sex-Gespräche beweist.

Und auch die obligatorische Liebesgeschichte fehlt natürlich nicht. Allerdings fällt sie auf der Bühne des Rassoburg-Theaters erfreulicherweise nicht kitschig aus.

Die wohl undankbarsten Aufgaben hatten Heike Maltan und Burkhard Kück, die es in ihren Rollen mit den Kino-Vorbildern Monika Gruber und Sigi Zimmerschied aufnehmen mussten. Eine schwere Bürde und letztlich wohl auch unlösbare Aufgabe. Spaß macht das Spiel der beiden aber dennoch. Kück wagt es sogar, sich ein wenig an Zimmerschieds Kauzigkeit heranzutasten – ebenfalls eine ganz heiße Nummer.

Weitere Aufführungen des Garfrather Rassoburg-Theaters

gibt es am Freitag, 11., und Samstag, 12. Mai, ab 20 Uhr sowie am Sonntag, 13. Mai, ab 17 Uhr im Dachsaal des Altenwerks Marthashofen in Grafrath. Der Eintritt kostet 15, ermäßigt zwölf Euro. Reservierung unter Telefon (0 81 44) 99 71 14.

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