Die Gemeinde Grafrath ist bisher in der Corona-Pandemie in finanzieller Hinsicht mit einem blauen Auge davon gekommen. 
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Die Gemeinde Grafrath ist bisher in der Corona-Pandemie in finanzieller Hinsicht mit einem blauen Auge davon gekommen. 

Aus dem Finanzausschuss

Grafraths Finanzen kommen noch gut durch die Corona-Krise

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die Gemeinde Grafrath ist bisher in der Corona-Pandemie in finanzieller Hinsicht mit einem blauen Auge davon gekommen. 

Grafrath – Das sagte Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) jetzt im Finanzausschuss. Spätestens ab 2022 könnte sich das aber ändern.

Um 255 000 Euro höher als erwartet fallen die Einnahmen bei der Gewerbesteuer aus. „Die Gewerbetreibenden haben sehr wenig von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Vorauszahlungen aufgrund von Corona zu senken“, sagte der Rathauschef. Ebenfalls positiv fällt die Zwischenbilanz bei Umsatz- und Grunderwerbsteuer aus.

Anders sieht es bei der Einkommensteuer aus. „Die ist im zweiten Quartal aufgrund der Kurzarbeit eingebrochen“, erklärte Kennerknecht. Zwar habe sie sich im dritten Quartal wieder etwas erholt, allerdings müsse man nun die Auswirkungen des zweiten Lockdown abwarten. Insgesamt prognostiziert die Kämmerei hier Mindereinnahmen in Höhe von 196 000 Euro. Insgesamt sieht es danach aus, dass die Gemeinde den geplanten Überschuss von 628 000 Euro im Verwaltungshaushalt erzielen kann – „mit gewisser Vorsicht“, wie Kennerknecht betonte.

Weil Grafrath 2021 eine schwächere Steuerkraft hat, rechnet der Rathauschef im kommenden Jahr mit mehr Schlüsselzuweisungen. Insgesamt glaubt er, dass auch das kommende Jahr noch finanziell gemeistert werden kann. Doch spätestens ab 2022 sieht es düsterer aus. „Wir werden uns dann überlegen müssen, welche freiwilligen Leistungen wir uns noch leisten können“, sagte Kennerknecht mit Blick unter anderem auf die gewünschte Sanierung des Bürgerstadels – zumal auch noch Pflichtaufgaben wie die heuer verschobene Erweiterung der Krippe auf ihre Erledigung warten.

Der vom Gemeinderat ausgerufene Mindestüberschuss in Höhe von einer halben Million Euro im Verwaltungshaushalt sei künftig ein sportliches Ziel, so Kennerknecht. Das zu erreichen, werde im einen oder anderen Bereich auch weh tun, nämlich dann, wenn Vorhaben gestrichen werden müssen.

Kennerknecht geht nach heutigem Stand davon aus, dass die Gemeinde dann ihr Tafelsilber angreifen muss: „Wir werden Grundstücksverkäufe tätigen müssen, um unsere Finanzsituation zu stärken.“

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