Gabriele Triebel, Beate Walter-Rosenheimer, Martin Runge, Gina Merkl und Jan Halbauer (v.l.)

„Unglaublich“

Grüne jubeln bei ihrer Wahl-Nachlese in aller Demut

„Unglaublich“, „absoluter Wahnsinn“, „ganz großes Kino“ – Jan Halbauer, der Bezirksrat der Grünen aus Fürstenfeldbruck, geriet noch mal ins Schwärmen, als er in seiner Wahlnachlese einzelne Ergebnisse aus den Kreisen Bruck-Ost und Landsberg präsentierte:

Grafrath   Die CSU in insgesamt sechs Gemeinden bei Erst- oder Zweitstimmen überholt, vier Kandidaten für Land und Bezirk durchgebracht. Die 25 Parteifreunde, die sich in Grafrath, der grünen Hochburg im Landkreis, zur entspannten Analyse eingefunden hatten, sparten bei solchen Resultaten nicht mit Applaus.

Gründe für den Wahlerfolg wurden in der Diskussion einige genannt. Von der schwachen Performance der Konkurrenz und der klaren eigenen Linie bei wichtigen Themen sprach der wiedergewählte Landtagsabgeordnete Martin Runge (Gröbenzell). Die Grünen hätten eine positive Stimmung verbreitet und nicht mehr wie eine „dogmatische Verbotspartei“ gewirkt, befand ein Neumitglied. Auch ein Wahlkampf auf herkömmlichen Kanälen und in sozialen Medien, am Infotisch und am Bahnsteig wurde als Stimmenbringer identifiziert. Die neue West-Abgeordnete Gabi Triebel erzählte von einer Frau, die ihr mitten in München zum Einzug in den Landtag gratulierte. Triebel war allerdings auch entsetzt, welche Hass-Kommentare auf einer grünen Facebook-Seite hinterlassen worden seien. „Ihr könnt euch nicht vorstellen, was da für ein Dreck kam. Ich weiß nicht, wie die Leute ticken.“

Das Momentum mitzunehmen, jetzt schon an eine breitere Aufstellung bei der Kommunalwahl in zwei Jahren zu denken, empfahlen einige Redner. Gerade auf die Erfolge in traditionellen SPD-Gemeinden könne man aufbauen, meinte Runge und die Ergebnisse „noch mal hochschrauben“. Andere rieten zu etwas Demut in der Euphorie. Der Erfolg bedeute auch einen hohen Auftrag, meinte Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer. (Germering) „Es wird viel Arbeit, die Hoffnungen zu erfüllen.“

Die Parlamentarierin in Berlin erinnerte zudem daran, dass bei der Landtagswahl „nicht überall berauschende Ergebnisse“ herauskamen, das nördliche Oberbayern brauche noch Verstärkung. Auch Halbauer hatte von „Lücken“ im westlichen Landkreis gesprochen und beispielsweise das Moorenweiser Ergebnis ausdrücklich ausgespart. Das dagegen fand der Brucker Kreisrat Christian Stangl so bemerkenswert, dass er es noch in der Wahlnacht verbreitete: 13 Prozent, sogar in Moorenweis. (OLF PASCHEN)

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