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Ideen für die Zukunft des Grafrather Märchenwaldes

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Von: Andreas Daschner

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Pressekonferenz zum Beginn des Kita-Jahres
Beispielfoto © Philipp Guelland / Philipp Guelland

Seit Jahren liegt das ehemalige Märchenwald-Gelände in Grafrath brach. Doch nun kommt Bewegung in die Sache. Ein Kinderhaus und ein Seniorenwohnen wollen dort einziehen.

Grafrath Im Sozialausschuss wurden die Projekte nun vorgestellt. Der Bau einer vierten Kinderbetreuungseinrichtung wird schon seit einiger Zeit im Gemeinderat diskutiert. „Der Bedarf ist da, mittelfristig kommen wir nicht darum herum“, sagt Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei).

Als möglichen Standort sieht der Rathauschef das Gelände in der Nähe des Bahnhofs. Das gehört zwar der evangelischen Landeskirche. Doch genau darin sieht Kennerknecht auch eine Chance. Derzeit werde mit der Kirche über die künftige Nutzung des Areals verhandelt: „Wenn wir schon über Grundstücke sprechen, auf denen die Kirche die Hand hat, liegt es auch nahe, mit der Diakonie über eine Trägerschaft zu sprechen.“ Kennerknecht stieß dabei auf offene Ohren. „Wir haben schon überlegt, selbst eine Kita aus dem Boden zu stampfen“, sagte Pfarrer Christian Dittmar nun im Sozialausschuss.

Der bürokratische Apparat sei aber zu aufwendig. Jedoch übernehme die Diakonie durchaus Trägerschaften. Die Kirchengemeinde würde ihren Grund zur Verfügung stellen, um Wohnungen für die künftigen Mitarbeiter einer Kita zu bauen. „Wir versuchen, das Personal aus den eigenen Reihen zu rekrutieren“, erklärte Sophia Birner von der Diakonie. In der Kita könnte Betreuung vom Krippen- bis zum Hortalter angeboten werden.

Auch die Öffnungszeiten würden sich nach dem Bedarf der Eltern und der Gemeinde richten. Neben der Jugend könnten auch Senioren eine Heimat auf dem großen, topografisch aber nicht ganz unkomplizierten Gelände finden. Das Projekt „Seniorenwohnen Kottgeisering“ (SeWoKo) ist in der Nachbargemeinde gescheitert (Kasten). Weil bereits ein Drittel der Mitglieder aus Grafrath kommt, strecken die Verantwortlichen ihre Fühler nun in die Nachbargemeinde aus.

Das Projekt SeWoKo, das künftig in „Seniorenwohngemeinschaft“ umbenannt werden soll, braucht ein rund 3000 Quadratmeter großes Grundstück. Auf diesem soll eine Wohngemeinschaft von bis zu 25 Wohnungen für Senioren errichtet werden. „Es soll kein klassisches Altenheim sein“, betonte Arthur Mosandl von dem Projekt. Vielmehr sollen die alten Menschen dort selbstbestimmt wohnen, sich gegenseitig helfen und nur im Notfall ein professioneller Pflegedienst beauftragt werden.

„Die Nachfrage ist groß“, sagt der SeWoKo-Vorsitzende Hans Gschwendtner. Derzeit gebe es sogar einen Aufnahmestopp bei den Mitgliedern, bis die Grundstücksfrage geklärt ist. „Für die Suche nach einer geeigneten Stelle sind wir auf Unterstützung angewiesen“, sagt Gschwendtner. Die Mitglieder des Sozialausschussses können sich das Projekt auf dem Märchenwald-Areal vorstellen. Allerdings will die SeWoKo nun selbst Gespräche mit der evangelischen Landeskirche suchen.

Die politische Gemeinde verhandelt ihrerseits mit der Kirche weiter über die nötige Bauleitplanung für eine künftige Nutzung. Bürgermeister Kennerknecht rechnet damit, dass die Gespräche in rund einem halben Jahr so weit gestiegen sind, dass die beiden Projekte konkret weiterverfolgt werden können. Zumindest das Seniorenwohnen hält der Rathauschef nur dort für machbar. „Die Gemeinde hat selbst kein geeignetes Grundstück.“

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