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Klärschlamm soll besser verwertet werden

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 Der Abwasserzweckverband (AZV) „Obere Amper“ beteiligt sich an einer Studie zur regionalen Klärschlammentwässerung in der Müllverbrennungsanlage Geiselbullach (GfA). Dort sollen selten gewordene Rohstoffe wie Phosphor durch Verbrennung aus dem Schlamm zurückgewonnen werden.

Grafrath/Kottgeisering – Dieses Verfahren wird laut einer neuen Verordnung mit einer Übergangsfrist von zwölf bis 15 Jahren zur Pflicht.

Für die Studie muss der AZV mit den Mitgliedsgemeinden Grafrath und Kottgeisering voraussichtlich 3000 Euro beisteuern – je nach Anzahl der mitwirkenden Kommunen. Dafür darf der Verband dann auch seinen Klärschlamm anliefern. „Für diejenigen, die sich nicht beteiligen, soll es nicht so einfach sein, später noch auf den Zug aufzuspringen“, sagte die Verbandsvorsitzende Sandra Meißner bei der jüngsten AZV-Versammlung. Geschäftsführer Sepp Heldeisen ergänzte: „Das ist auf lange Sicht die einzige Chance, Klärschlamm sauber zu entsorgen.“

Da der angelieferte Schlamm bereits bis zu einem gewissen Grad vorgetrocknet sein muss, wird der AZV wohl weiteres Geld in die Hand nehmen müssen. Für einen Betrag zwischen 3500 und 7000 Euro werden zwei verschiedene Methoden zur Entwässerung einem Probebetrieb unterzogen.

Während eine sogenannte Schneckenpresse in der Anschaffung voraussichtlich gut 176 000 Euro kosten würde, müsste der AZV für eine Zentrifuge fast 200 000 Euro berappen. Allerdings könnte es auch Zuschüsse geben. Denn im Rahmen des Klimaschutzes könnte die Kläranlage des AZV einem großen Umbau unterzogen werden. Im Gespräch ist eine Umstellung der Abwasserreinigung auf einen Faulturm.

Wie Heldeisen in der Verbandsversammlung ausführte, könnte dadurch Methan gewonnen werden, das zur Energiegewinnung dient. Außerdem würde der Zweckverband rund 150 000 Kilogramm Kohlendioxid im Jahr einsparen. Bis zu 30 Prozent der Umbaukosten würde es über Fördergelder geben – auch ein Teil der Umbaukosten für die Klärschlammentwässerung sei zuschussfähig.

Um an den Topf zu kommen, ist jedoch eine sogenannte Potenzialstudie nötig. Deren Kosten werden ebenfalls zu 50 Prozent bezuschusst. Billig würde die Umstellung für den AZV aber so oder so nicht. Laut Heldeisen müsste neben dem Faulturm auch ein Blockheizkraftwerk und eine neue Vorklärung gebaut werden. Er rechnet mit Kosten im Bereich von 3,5 Millionen Euro.

Bernd Traut rief dazu auf, „aufzupassen, dass die Abwasserkosten dadurch nicht explodieren“. Am Ende zahle schließlich der Gebührenzahler die Zeche. Ein Beschluss über einen möglichen Umbau ist aber ohnehin noch Zukunftsmusik.

Grafraths Bürgermeister Markus Kennerknecht sagte, dass man erst einmal abwarten müsse, was die Potenzialstudie koste. Danach könne man weiterdiskutieren. Die Verbandsversammlung beschloss letztlich, dass Kostenangebote für die Potenzialstudie eingeholt werden sollen.

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