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Der alte Stadl am Klosterwirt-Gelände im Jahr 2018.

Grafrath

Klosterwirt: Ist die Baustelle ein Schandfleck?

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Nach vielen Streitigkeiten wurde der Klosterwirt in Grafrath im Sommer 2016 abgerissen. Ein neues Wohnhaus wird derzeit an Stelle der Traditionsgaststätte gebaut. Doch die Bauarbeiten verlaufen schleppend. Die Anwohner sind verärgert.

Grafrath –  Für die Fertigstellung sei August 2018 angegeben worden, schreibt eine Grafratherin an das Tagblatt. „Nun haben wir fast ein Jahr später, und von ,fertig’ ist dort nicht das Geringste zu sehen.“ Im Gegenteil, die Baustelle sei ein echter Schandfleck. Außerdem entspreche die Gestaltung nicht der Darstellung auf der Bautafel, und der alte Stadel verfalle zusehends. Das Tagblatt hatte dazu zweimal schriftlich beim Immobilienunternehmen angefragt. Eine Antwort kam nicht.

Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) bestätigt indessen, dass bei ihm auch schon Beschwerden eingegangen sind. Zum Fertigstellungstermin kann auch der Rathauschef nicht viel sagen. „Mir ist nur von Käufern berichtet worden, dass es zu Verzögerungen gekommen sei.“

Erste Anmeldungen

Neun von 16 Wohnungen waren laut Homepage des Immobilienunternehmens Anfang Oktober verkauft, eine ist reserviert. Zum August sind laut Kennerknecht bei der Gemeinde die ersten Anmeldungen im Neubau erfolgt.

Auch die Gestaltung des Gebäudes stellt die Bürger nicht zufrieden. Statt unterteilte Fenster mit Fensterläden würden einflächige Fenster und Rollos eingebaut, schreibt die Anwohnerin an das Tagblatt. Das entspreche nicht der Darstellung auf der großen Bautafel bei der Baustelle. Außerdem fragt sich die Grafratherin, wann endlich der Stadel angegangen wird: „Wird hier auf das Zusammenbrechen gewartet?“

Nicht relevant für die Genehmigung

Zur Gestaltung erklärt Kennerknecht, dass die Gemeinde Vorgaben zur Kubatur, Wandhöhe und Dachneigung gemacht habe, die – soweit das für ihn ersichtlich sei – eingehalten worden seien. „Ich gebe der Tagblatt-Leserin aber Recht, dass das Gebäude nicht mit der Abbildung auf der Bautafel korrespondiert, was die Gestaltung betrifft.“ Für die Baugenehmigung seien die genannten Punkte aber nicht relevant.

Beim Stadel ist immer noch ein Zuschuss im Rahmen der Städtebauförderung ein Thema. Laut Kennerknecht sind hier auch Gespräche mit dem Eigentümer geführt worden. „Ich hoffe, dass wir in Sachen Städtebauförderung jetzt im Oktober ein Stück weiterkommen“, erklärt der Rathauschef. Der Bauausschuss sei vom Planungsverband darauf hingewiesen worden, dass aktuell noch eine Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege ausstehe.

Mit Äußerungen zu den näheren Absichten hinsichtlich des Stadels habe sich der Eigentümer ihm gegenüber zurück gehalten. „Wir werden sehen, wie er agiert, wenn Maßnahmen zur Städtebauförderung konkret werden und dann auch Vereinbarungen mit dem Eigentümer zu unterzeichnen sind“, sagt Kennerknecht.

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