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Krippenausbau als Notfallplan

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Von: Andreas Daschner

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Beispielfoto © dpa / Christian Charisius

Die Kinderkrippe Rassobande in Grafrath soll eine vierte Gruppe bekommen. Das hat der Gemeinderat nun grundsätzlich beschlossen, obwohl sich die Erweiterung baulich nicht ganz einfach darstellt. Kritisiert wurden außerdem die Kosten.

Grafrath – Schon in einer früheren Sitzung wurde ein möglicher Anbau zur Kirchstraße hin diskutiert. Damals gefiel den Räten nicht, dass dadurch die dortigen Parkplätze wegfallen, die auch von den Besuchern des benachbarten Friedhofs genutzt werden.

Nun legten die Planer zwei weitere Ausbauvarianten vor: einen verkleinerten Anbau an gleicher Stelle, sowie einen Anbau zur Hauptstraße hin. In beiden Fällen könnten Parkplätze erhalten werden.

Beim Anbau zur Hauptstraße hin muss wegen der Hanglage aber ein zweistöckiges Bauwerk mit Aufzug errichtet werden. Kostenpunkt: geschätzte 766 000 Euro. Der verkleinerte Anbau zur Kirchstraße hin kostet dagegen nur 577 000 Euro. Die erste der beiden Varianten war bei den Räten deshalb schnell außen vor.

Gerald Kurz (CSU) und Bernd Traut (GE) waren indessen auch die Kosten für die andere Variante zu hoch – zumal auch in der Diskussion ist, dass auf dem ehemaligen Märchenwaldgelände einmal ein Kinderhaus gebaut werden könnte. Wann man dort jedoch Baureife bekommen kann, steht laut Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) noch in den Sternen.

Im kommenden Jahr könne man den Bedarf wohl noch mit den Plätzen in der Rassobande decken, sagte der Rathauschef. „Ich würde für die Erweiterung dennoch gerne die Planung machen, damit wir kurzfristig reagieren können, wenn der Bedarf steigt“, sagte Kennerknecht weiter. Würden keine zusätzlichen Plätze benötigt, könne man die Planung auch in der Schublade lassen und nicht bauen.

Zudem verwies der Bürgermeister darauf, dass man wohl nie mehr eine Krippengruppe für rund eine halbe Million Euro bauen wird können. Bei einem Neubau seien die Kosten pro Gruppe deutlich höher. Generell würde man mit einer vierten Gruppe eine Dauerlösung schaffen, und kein Provisorium. Deshalb lehnte Kennerknecht auch Trauts Vorschlag ab, für einen nötigen Raum für das Personal einfach Container aufzustellen.

Den Anbau noch einmal wesentlich zu verkleinern, um Kosten zu sparen, ist laut Planern nicht möglich. Zwar gibt es im Keller einen Raum, der als Gruppenraum genutzt werden kann und soll. Allerdings brauche man für eine viergruppige Krippe einen Mehrzweckraum. „Das wird von der Kindergartenaufsicht gefordert“, sagte die Planerin.

Peter Kaifler (Grüne) schloss sich dem Vorschlag des Bürgermeisters an, zumindest die Planung zu erstellen. Und auch Christian Strasdat sieht im Ausbau eine „charmante und finanziell attraktive Lösung – zumal für mich noch nicht klar ist, dass ein Kinderhaus auf dem ehemaligen Gelände des Märchenwaldes wirklich kommt“.

Bürgermeister Kennerknecht stellte daraufhin die Grundsatzfrage, ob die Rassobande erweitert werden soll und bekam dafür eine klare Mehrheit (12 zu 2) gegen die Stimmen von Kurz und Traut. Für die Variante mit einem Anbau zur Kirchstraße hin, sprach sich eine 11:2-Mehrheit aus, nachdem Roger Struzena als direkter Anwohner nicht mit abstimmte.

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Die Rassobande wird ausgebaut – und das ist gut so. Die Kosten als Gegenargument vorzuschieben, wie es die beiden Gegner des Ausbaus taten, ist zu kurz gedacht. CSU-Rat Gerald Kurz hatte eine wirtschaftliche Lösung gefordert. Bei genauer Betrachtung ist der Anbau genau diese Lösung. Eine Gruppe in einem Neubau zu errichten, wird wesentlich teurer. Zudem hätte die Gemeinde ohne die Anbauplanung keinen Plan B in der Tasche, falls kurzfristig Betreuungsplätze gebraucht werden.

 Ob und wann ein Kinderhaus auf dem ehemaligen Märchenwaldgelände kommt, steht nicht fest. Steigt zwischenzeitlich der Bedarf, kann die Gemeinde diesen vielleicht nicht decken. Die Folge: Es müssten Gastkinderbeiträge gezahlt werden, wenn Kinder in benachbarten Einrichtungen untergebracht werden. Zudem könnte die Gemeinde sogar verklagt werden, weil sie ihrer Verpflichtung nicht nachkommt, ausreichend Krippenplätze anzubieten. Da ist es sinnvoller, das Geld für die Planung auszugeben – zumal nur gebaut werden soll, wenn der Bedarf tatsächlich zunimmt. (Andreas Daschner)

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