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Bilanz der FFW Grafrath

Kurioser Anruf: Feuerwehr soll Pool in Garten auffüllen

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Zu 47 Einsätzen musste die Grafrather Feuerwehr in den vergangenen zwölf Monaten ausrücken. „Ein normales Jahr“, wie der neue Kommandant Jörn Voortmann sagt. Weniger normal war hingegen eine Anfrage, die die Wehr im Sommer bekam.

Grafrath – Dass die Feuerwehr regelmäßig Übungen abhält, daran erinnerte sich offenbar ein Neubürger. Er wollte daraus auf kuriose Weise Kapital schlagen. „Er hat bei uns angerufen, ob wir nicht in seinem Garten eine Übung machen wollen“, berichtet Voortmann. Das Angebot kam aber nicht ohne Hintergedanken. Der Mann meinte, dass die Feuerwehrleute bei dieser Gelegenheit gleich seinen Pool im Garten mit Wasser befüllen könnten. Voortmanns Kommentar: „Nein, das machen wir nicht.“

Die Einsatzzahl ist relativ konstant, was auch daran liegt, dass Grafrath von größeren Unwettern verschont blieb. Im Rekordjahr 2014 sorgten vor allem umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller für einen Großteil der insgesamt mehr als 100 Einsätze. Heuer mussten die Mitglieder der Grafrather Wehr 13 Mal wegen Unwetter ausrücken. Den Löwenanteil der Einsätze bilden wie üblich technische Hilfeleistungen, die 21 Mal fällig wurden. Dazu kommen sieben Sicherheitswachen und vier Fehlalarme.

Brände werden dagegen immer seltener, wie Voortmann sagte. Auch Grafrath macht bei diesem bundesweiten Trend keine Ausnahme. Nur zweimal mussten die Kameraden ausrücken, um Flammen zu bekämpfen. Bei einem brennenden Hühnerstall gab es eine Erfolgsmeldung: „Alle Hühner haben überlebt“, sagte Voortmann.

Das zweite Feuer war eine Brandstiftung – allerdings keine mutwillige. Beim Zündeln hatten Jugendliche auf dem ehemaligen Märchenwaldgelände die Kontrolle über die Flammen verloren. Ein Nachbar hatte die Feuerwehr alarmiert, die den Brand löschte.

Kurz vor ihrem Jubiläumsjahr – am 7. September 2019 feiern die Grafrather das 125-jährige Bestehen ihrer Wehr – plagen die Floriansjünger aber Personalsorgen. Mit ein Grund ist der angespannte Mietmarkt im Münchner Umland. „Es ziehen immer wieder Mitglieder weg, weil sie sich die Wohnungen hier nicht leisten können“, sagt Voortmann.

Aus diesem Grund soll die 2006 aufgelöste Jugendfeuerwehr demnächst wieder installiert werden. Jugendliche ab zwölf Jahren sollen dann an den Feuerwehrdienst herangeführt werden. 

Bei dieser Meldung traute die Polizei ihren Ohren nicht: Ein Taxifahrer meldete, er sei mit einem „großen Hamster mit großen Zähnen“ kollidiert.

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