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In Bruck liefert der OB-Wahlkampf Krüglredner Wolfgang Ober reichlich Stoff zum Derblecken.

Die fünfte Jahreszeit

Süffiges Quartett: Am Samstag gibt’s vier Starkbierfeste gleichzeitig

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    Verena Usleber
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Landkreis – Klar, an den berühmten Starkbieranstich am Münchner Nockherberg kommen die Veranstaltungen im Kreis Bruck nicht heran. Dafür gibt es aber eine ganze Reihe von ihnen in der Region.

Vier auf einen Streich finden diesen Samstag statt. Karten für Kurzentschlossene gibt es aber nur noch für eine. Längst vergriffen sind die Tickets für das Königliche Starkbierfest in der Fürstenfeldbrucker Marthabräuhalle. Es steht heuer unter einem ganz besonderen Stern. Denn natürlich ist die anstehende OB-Wahl für Krüglredner Wolfgang Ober eine Steilvorlage. Mit Sicherheit wird sich der „Oberbraumeister“ aus Miesbach über den ein oder anderen Kandidaten auslassen, der sich zur Wahl aufstellen lässt. Reibereien unter den Kommunal-Politikern sind nicht unbeobachtet geblieben.

Unterstützung bekommt der Oberbraumeister von Mutti – allerdings nicht von seiner eigenen. Als Kanzlerin Angela Merkel kommt Antonia von Romatowski in die Halle. Sie ist Parodistin.

Natürlich bringt die Theatertruppe des Brucker Brett’l auch in diesem Jahr ein Stück auf die Bühne. Erfahrungsgemäß ernten die Schauspieler dafür immer viel Applaus. Für Stimmung sorgt der Holzkirchner Musikzug, der auch die Bayerische Bierkönigin zum Tanzen bringen will. Für die kulinarische Grundlage und für Ritter- und Weizenbock sorgt heuer eine Catering-Firma, da die zur Halle gehörige Wirtschaft momentan nicht offen hat.

Das Starkbierfest der Olchinger Kolpingfamilie ist eines der größen im Landkreis und gehört seit Jahrzehnten fest zum gesellschaftlichen Kalender der Stadt. Ähnlich wie beim großen Bruder, dem Münchner Nockherberg, werden ein Singspiel beziehungsweise verschiedene Sketche auf die Beine gestellt. Rund drei Stunden dauert das Spektakel mittlerweile. Dabei wird vor allem mit den Olchinger Politikern oft hart ins Gericht gegangen. Einen Krüglredner, der am Anfang der Parteien-Prominenz die Leviten liest, gibt es aber nicht. Das übernimmt in der Regel immer – pointiert und scharfzüngig – Peter Rogalski. Er ist ein Freund der Kolpingfamilie. Fester Bestandteil ist auch ein Auftritt der Olchinger Ratschkatln.

800 Zuschauer in Olching

Seit 2015 findet es in der Mehrzweckhalle an der Mittelschule statt. Davor wurde jahrelang in der Turnhalle an der Heckenstraße derbleckt, doch die wurde irgendwann zu klein. Denn der Andrang auf das Starbierfest ist immer riesig. Karten sind heiß begehrt. Dementsprechend ist das Olchinger Derbleck-Spektakel auch immer ausverkauft. In der Mehrzweckhalle im Schwaigfeld finden über 800 Zuschauer Platz.

Der Musikverein Grafrath-Kottgeisering lädt nur alle zwei Jahre zum Starkbierfest in den Grafrather Bürgerstadl ein. Heuer ist es wieder soweit – und ausgerechnet auch am Samstag, 11. März. Bürgermeister Markus Kennerknecht zapft um 19.30 Uhr das erste Fass an. Dann gibt es Musik und Spiele mit den Zuschauern – bis schließlich „Graf Rasso“ als Krüglredner die Bühne betritt. 2015 hatte Günter Mayr diese Rolle übernommen. Wer heuer fürs Derbleckn zuständig ist, sei geheim, sagt Stefan Sedlmair, Schriftführer beim Musikverein. Doch so viel sei verraten: Es ist ein bühnenaffines Gemeinderatsmitglied. Und wer selbst mittendrin ist in der Grafrather Gemeindepolitik, hat sicher viel zu erzählen.

Maximal 250 Leute passen in den Bürgerstadl. Der Eintritt kostet fünf Euro. „Es wird genug Karten an der Abendkasse geben“, sagt Sedlmair.

Ganz anders in Jesenwang. Dort gibt es nur 184 Plätze – und bis auf neun Karten waren bereits mitte dieser Woche alle weg. Volles Haus also, wenn es um 19 Uhr losgeht. Die Burschen, die das Fest veranstalten, haben das Konzept geändert: Das Derbleckn mit Gstanzln, das in den vergangenen beiden Jahren zur Stimmung beigetragen hatte, ist gestrichen. „Wir haben die Leute im Publikum befragt. Die Mehrzahl meinte, sie braucht das nicht“, berichtet Burschenchef Tobias Burkhardt.

Das könnte daher kommen, dass die Pointen wegen der alten Lautsprecheranlage kaum zu verstehen waren. Jedenfalls gibt’s heuer nur Bier, Musik, vielleicht ein Masskrug-Stemmen und ein paar Einlagen.  vu/ed/zag

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