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Acht Laptops bringt Javier Prieto (r.) von der Organisation Labdoo für die Josef-Dering-Schule. Lehrer Benjamin Sölch (hinten), Schulleiterin Sandra Doriat (Mitte) und zwei Schülerinnen schauen ihm beim Einrichten über die Schulter.

Digitalisierung

Lehren aus der Corona-Krise: Schulen rüsten auf in Sachen Computer

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die Schulen hinken bei der Digitalisierungen teilweise noch weit hinterher. Das hat die Corona-Krise deutlich gezeigt. Neben besseren Programmen brauchen sie auch die nötigen Computer.

Landkreis – In Eichenau freut man sich derzeit über acht gebrauchte Laptops. Diese bekam Sandra Doriat, Schulleiterin der Josef Dering-Grundschule, jüngst überreicht. Javier Prieto von der Hilfsorganisation Labdoo hatte die gespendeten Geräte gesammelt und an die Schulleiterin übergeben. Labdoo ist ein gemeinnütziges Projekt, das Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu IT und Bildung ermöglichen will.

Die Geräte werden von der Organisation neu aufgesetzt und mit einem Office-Paket sowie Lernprogrammen bestückt. Wie dringend Endgeräte gebraucht werden, zeigt der Aufruf Prietos, dass Menschen, die einen Rechner abzugeben haben, sich jederzeit bei der Grundschule selbst oder bei Labdoo melden können.

Bundesregierung stellt Fördermittel bereit

Auch die Bundesregierung erkennt den Bedarf inzwischen und stellt weitere Fördermittel bereit: allein für Bayern rund 78 Millionen Euro. Im Landkreis Fürstenfeldbruck kommen davon immerhin fast 584 000 Euro an. Der neue Fördertopf wird zusätzlich zum Digitalpaket in Höhe von fünf Milliarden Euro bereit gestellt. Er soll vor allem der Anschaffung von Endgeräten wie Laptops und Tablets dienen. Diese sollen dann unbürokratisch an die Schüler verteilt werden.

Die Kommunen im Landkreis, die Träger der Grundschulen sind, können dieses Geld gut gebrauchen. Die Stadt Olching erhofft sich aus diesem Paket etwa 54 000 Euro. Die Förderung der Leihgeräte wird begrüßt, da die Computer gebraucht werden, „falls eine zweite Corona-Welle kommt.“

Das sagt Rathaussprecherin Julia Henderichs. Die Stadt investiere selbst jedes Jahr viel Geld und Personal, um die Bildungslandschaft modern und zeitgemäß zu gestalten. Ziel in Olching ist es, verbindliche Standards für alle Schulen einzuführen.

Diese würden sich dann beim Equipment nicht mehr signifikant voneinander unterschieden. „Lange Zeit waren Geräte verschiedenster Firmen in unterschiedlichen Ausführungen im Schulalltag präsent“, sagt Henderichs. Als erster Standard für ein Klassenzimmer wurde nun eine Ausstattung mit Beamer samt Whiteboard, Notebook und Dokumentenkamera festgelegt.

In Puchheim ist man früh auf den Digitalisierungs-Zug aufgesprungen

Auch in Puchheim hat man frühzeitig an der Digitalisierung der Grundschulen gearbeitet. „So konnten bereits während dem coronabedingten Homeschooling mobile Endgeräte an Schüler verliehen werden“, sagt eine Rathaus-Sprecherin. Alle Klassenzimmer in der Stadt seien mit Whiteboards, Notebooks oder PC für die Lehrkräfte sowie Dokumentenkameras ausgestattet. Außerdem stünden aktuell rund 100 Schüler-Notebooks zur Verfügung. 56 weitere, über den neuen Fördertopf finanzierte Notebooks und Mobile Thin Clients – einfach ausgestattete Computer – sollen demnächst an die drei Puchheimer Grundschulen geliefert werden.

Die Gemeinde Gröbenzell hat wie Olching das Ziel, alle drei Grundschulen auf denselben Stand zu bringen. „Im ersten Schritt hat jede Schule ein Medienkonzept erstellt“, sagt Rathaussprecherin Susanne Flügel. Nun seien Fördermittel beantragt und Angebote eingeholt worden. Das Projekt Digitalisierung soll Ende Juli starten. Davon unabhängig werden auch in Gröbenzell Leihgeräte angeschafft. Hierfür erhielt die Kommune 30 000 Euro aus dem neuen Fördertopf.

Kleinere Schulen haben Aufholbedarf

Aber auch kleinere Schulen auf dem Land haben noch Aufholbedarf. Im Schulverband Grafrath zum Beispiel ist die Digitalisierung das zentrale Projekt des laufenden Jahres. Ab den Sommerferien soll die Schule mit drei iPad-Koffern mit jeweils 16 iPads, 14 Touchboards, 13 Laptops und 13 Dokumentenkameras ausgestattet werden.

Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 230 000 Euro, wie der Schulverbandsvorsitzende und Grafrather Bürgermeister Markus Kennerknecht erklärt. Knapp die Hälfte davon werden über Fördergelder, der Rest aus dem Verbandshaushalt finanziert.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

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