Am 10. Juli 1973 brannte die Westernstadt völlig ab. Gemunkelt wird von Brandstiftung.

Grafrath

Märchenwald-Areal: Nun sind Planer gefragt

Die Planungen für das Märchenwaldgelände in Grafrath werden konkreter. In einem Wettbewerb sollen nun zwölf Planungsbüros Vorschläge machen, wie das Areal bebaut werden kann.

Grafrath „Es ist der Wunsch des Gemeinderats und auch der Grundeigentümer, dass ein Architektenwettbewerb durchgeführt wird“, bestätigt Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) dem Tagblatt auf Nachfrage. Bereits im Herbst waren die Eckdaten für die Nutzung des Areals, das der evangelischen Landeskirche gehört, abgesteckt worden: Vorgesehen sind Seniorenwohnen, Geschosswohnungsbauten und eine Kindertagesstätte.

Das Märchenwaldgelände liegt seit vielen Jahren brach. Sein inoffizieller Name erinnert an die Attraktion, die dort bis in die 1970er-Jahre zahlreiche Touristen anlockte. Der Märchenwld wurde 1961 von dem früheren Rossschlächter Toni Lötschert eröffnet. Der aus Koblenz stammende Freizeit-Unternehmer hatte das 48 000 Quadratmeter große Gelände kurz zuvor erworben. Nachgestellte Szenen aus den Grimmschen Märchen lockten die Besucher zu Tausenden an.

Später eröffnete Lötschert in der Nähe auch eine Westernstadt, um die es große Kontroversen gab. Die schießenden Cowboys waren der Bevölkerung ein Dorn im Auge. Am 10. Juli 1973 brannte die Westernstadt völlig ab. Gemunkelt wird von Brandstiftung. Am 8. Februar meldete Lötschert sein Gewerbe ab und verließ die Region – und damit schloss auch der Märchenwald.

Nun sollen also Wohnungen und Kinderbetreuung das Areal beleben. Im Oktober hatte sich zudem das Projekt „Seniorenwohnen Kottgeisering“ um eine Fläche beworben, nachdem in der benachbarten Heimatgemeinde erfolglos nach einem Areal gesucht worden war. Damals war von 25 Wohnungen für Senioren die Rede, die auf rund 3000 Quadratmetern errichtet werden sollen.

Die Kindertagesstätte wird auch von der evangelischen Landeskirche begrüßt. Im vorderen Bereich an der Villenstraße Nord sind indessen Geschosswohnungsbauten der Landeskirche geplant, bei denen laut Kennerknecht aber auch die Gemeinde teilweise partizipieren soll.

Einfach wird es nicht, die Projekte auf dem Areal unterzubringen. „Von der gesamten Fläche sind es nur rund zwei Hektar, mit denen man arbeiten kann“, sagt Kennerknecht. Aufgrund der Topografie sowie des nahen Waldes und der dazu notwendigen Abstände sind die restlichen Flächen nicht nutzbar.

Doch das sind nicht die einzigen Probleme, mit denen die Planer kämpfen müssen. Der Auftrag für die zwölf Büros: Sie sollen den Lärmschutz durch die nahe Bahnlinie, die Stellplatzsituation, den Landschaftsschutz, die Topografie und den Forst aufeinander abstimmen und in ein verträgliches Konzept gießen. Zeit dafür haben sie voraussichtlich bis Juni. Dann erwartet Kennerknecht erste verwertbare Ergebnisse.

Mehr zur Geschichte der Westernstadt finden Sie hier.

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