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Ortsansässigen jungen Familien die Möglichkeit für ein Eigenheim geben – das ist Ziel des Einheimischenmodells, das Grafraths Gemeinderäte für den Ortsteil Mauern geplant haben.

Das Eigenheim im Heimatort

Einheimischenmodell für junge Familien

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Ortsansässigen jungen Familien die Möglichkeit für ein Eigenheim geben – das ist Ziel des Einheimischenmodells, das Grafraths Gemeinderäte für den Ortsteil Mauern geplant haben.

Mauern Mit den nun im Gemeinderat verabschiedeten Vergaberichtlinien glaubt der parteifreie Bürgermeister Markus Kennerknecht, dieses Ziel erreichen zu können. Allerdings gab es auch kritische Stimmen wegen der Bewertung des Vermögens, des Einkommens sowie der Senioren und der Kinder bei der Vergabe. Das Vermögen des Bewerbers darf demnach den 1,5-fachen Wert des zu erwerbenden Grundstücks nicht übersteigen. Außerdem darf das zu versteuernde Jahreseinkommen nicht höher als 85.000 Euro sein, wobei Kinderfreibeträge keine Rolle spielen.

Roger Struzena (Grüne) befürchtet, dass dadurch Menschen mit geringerem Einkommen auf der Strecke bleiben. Außerdem bemängelte er, dass das Vermögen der Eltern nicht berücksichtigt wird, das auf dem Wege der Erbschaft dem Bewerber zukommen könnte. „Damit würden wir eventuell in Erbschaftsauseinandersetzungen eingreifen“, hielt Kennerknecht dagegen. „Das steht uns nicht zu.“ Zudem hält der Gemeindechef das Einheimischenmodell nicht für ein Programm für Geringverdiener, sondern eher für Menschen mit mittleren Einkommmen. „Wir wollen schließlich nicht zwanghaft an Menschen mit geringen Einkommen vergeben, die sich dann vielleicht heillos verschulden müssen.“

Auch den zulässigen Vermögenswert empfindet der Rathauschef als gut gewählt. „Selbst wenn einer in seinem Leben 100 000 Euro angespart hat, muss er für einen Hausbau noch genug finanzieren.“ Das sah auch Struzenas Fraktionskollege Peter Kaifler so: Ein gewisses Vermögen und Einkommen sei nötig, „damit der Bewerber bei der Bank überhaupt noch einen Kredit bekommt“. Einig waren sich die beiden Grünen-Räte, dass Kinder und Senioren zumindest gleich bewertet werden sollen. Nach den Richtlinien bekommen Familien pro Kind bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr 20 und für ältere Kinder je zehn Punkte.

Um das generationenübergreifende Wohnen zu fördern, gibt es außerdem 25 Punkte für jedes Eltern- oder Großelternteil, das dauerhaft in dem neuen Haus wohnen soll. Struzena wollte, dass die Kinder insgesamt besser und unabhängig vom Alter bepunktet werden. Kaifler sprach sich dafür aus, dass Senioren auch nur 20 Punkte bekommen sollen. Beide scheiterten damit jedoch.

Gerald Kurz (CSU) verwies darauf, dass Kinder nicht nur durch die Punkte berücksichtig seien, sondern auch dadurch, dass die Kinderfreibeträge beim Einkommen nicht veranschlagt werden. Auch Kennerknecht war der Ansicht, dass der Nachwuchs dadurch „ausreichend berücksichtigt ist“.

von Andreas Daschner

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