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Die Villa Vollnhals: Sie war einst der Landsitz des Münchner Unternehmers Otto Vollnhals, Gründer der Motorenfabrik München-Sendling.

Alte Ansichtskarten 

Mit neuem Kalender auf Entdeckungsreise in Grafrath

Grafrath – Ob es viele Kalender gibt, die ihre Besitzer zu Entdeckungsreisen animieren? Wahrscheinlich nicht. Doch dem neuen Kalender „Grafrath in alten Ansichten“ könnte das gelingen.

Er umfasst zwölf Bilder von Schlössern und Villen, die fast alle noch im Ort zu finden sind – wenn man lange genug sucht.

Dass die Besitzer des Monatskalenders losgehen und sich ihren Wohnort mit neuen Augen anschauen, das hofft Gemeinde-Archivarin Christel Hiltmann. Wie schon im vergangenen Jahr, hat sie auch heuer wieder in ihren Fundus alter Ansichtskarten gegriffen und besonders schöne Motive herausgesucht – diesmal zum Thema Häuser und Villen, in denen einst bedeutende Menschen lebten.

Davon gibt es in Grafrath überdurchschnittlich viele. Das Amperschlösschen auf dem Steilhang hoch über dem Flussufer zum Beispiel, das auf dem Postkartenfoto vor einem blauen Sommerhimmel aus dem Grünen ragt. „Das Haus ist heute gar nicht mehr so zu sehen, weil es komplett eingewachsen ist“, erzählt Christel Hiltmann.

Häuser und Villen, in denen bedeutende Menschen wohnten

Die Villa Vollnhals, nordwestlich von Höhenroth am Schlossberg gelegen, kennen selbst manche Alteingesessenen nicht, hat die ehemalige Grundschullehrerin festgestellt. Das prächtige Haus war der Landsitz des Münchner Unternehmers Otto Vollnhals, Gründer der Motorenfabrik München-Sendling.

Das Amperschlösschen auf einer alten Postkarte: Heute ist das Haus so eingewachsen, dass es kaum zu sehen ist.

In der Villa Behrendt residierte der Maler Fritz Behrendt, der lichtbeständige Farben entwickelte und an Kollegen in aller Welt verkaufte. Darunter waren so berühmte Abnehmer wie Max Liebermann, Henri Matisse und Emil Nolde. Dank des florierenden Geschäfts wurde Behrendt einer der größten Steuerzahler des Ortes und ermöglichte unter anderem den Bau der Wasserleitung.

Nur drei der im Kalender abgebildeten Häuser stehen nicht mehr: der Klosterwirt, das Landhaus Orff und die Villa Clothilde, die der Kirchenmaler Kaspar Schleibner nach seiner Verlobten benannte. Das Haus mit der Adresse Wildenroth 61 lag an der heutigen Bahnhofstraße nahe der Abzweigung zur B 471. Während des Zweiten Weltkriegs beherbergte es einen Kindergarten, so wie auch andere der Prachtbauten im Laufe der Zeit zu Pensionsbetrieben, Erholungs- oder Seniorenheimen umfunktioniert wurden. Heute werden sie zumeist wieder von Privatbesitzern bewohnt.

Vom Ansturm auf den Kalender war Christel Hiltmann überrascht. Alle Exemplare waren am ersten Verkaufstag vergriffen – inzwischen hat sie nachbestellt.

Der Kalender ist an der Kasse im Rathaus für zehn Euro zu haben.

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