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Zwischen Grafrath und Mauern

Motorrad-Raser sollen  ausgebremst werden

Den Motorrad-Rasern auf der Strecke zwischen Grafrath und Mauern soll es an den Kragen gehen. Die Gemeinde will, dass sich die Polizei der Sache annimmt und prüft auch bauliche Maßnahmen, um die Motorräder auszubremsen.

Grafrath – Vor allem in den Sommermonaten mutiert die Kreisstraße zwischen Grafrath und Mauern zur Rennstrecke. „Ein Verein fährt dort seine Motorräder aus, filmt alles und stellt die Videos ins Internet“, sagte Gerald Kurz (CSU) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Oft wenden die Raser und fahren mehrfach auf der Strecke hin und her. Das Problem ist schon länger bekannt – und wurde nun durch Messungen bestätigt.

In der Zeit um Pfingsten und im August hat ein Verkehrssicherheitsbüro die gefahrenen Geschwindigkeiten auf der kurvenreichen Strecke überprüft. Vor allem die Werte außerorts arlarmierten Roger Struzena (Grüne). Spitzengeschwindigkeiten von 147 Stundenkilometern wurden da gemessen. Zwar geht aus den Zahlen nicht hervor, ob dieses Tempo von einem Motorrad gefahren wurde. Struzena bezweifelt jedoch, dass ein Auto die Kurven so schnell nehmen kann.

Auch beim Ortsschild in Grafrath kommen viele Fahrzeuge zu schnell an. An 20 Messtagen hatten 455 Motorräder am Ortsausgang bereits mehr als 60 Stundenkilometer auf dem Tacho. Richtung Grafrath waren es im gleichen Zeitraum 222 Motorräder, die sogar mit mehr als 68 Stundenkilometern in den Ort fahren.

„Die Zahlen beweisen, dass wir ein Problem haben“, sagte Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei). Der Rathauschef verweist auf den Lärm, den die Anwohner in Mauern und Grafrath beim Wenden der Motorräder ertragen müssen. Außerdem seien die Nutzer des Sportplatzes der SpVgg Wildenroth am Grafrather Ortsausgang gefährdet.

Eine von Peter Kaifler (Grüne) vorgeschlagene Tempobegrenzung auf 80 Stundenkilometern auf der Kreisstraße hält Kennerknecht nicht für effektiv: „Ich glaube nicht, dass sich die Raser von Schildern beeindrucken lassen.“ Zudem sei Tempo 80 angesichts fehlender belastbarer Unfallzahlen beim Landratsamt kaum durchzusetzen.

Auch Verkehrsinseln und Verschwenkungen an den Ortseingängen wurden nicht als adäquates Mittel gesehen. „Autos werden vielleicht ausgebremst, Motorräder fahren einfach auf der falschen Seite vorbei“, sagte Sepp Heldeisen. Das einzige, das nach Ansicht des SPD-Rates helfen würde, sei eine Fahrbahnteilung auf halber Strecke zwischen den Ortsteilen.

Diese Idee griff Hartwig Hagenguth (BfG) auf und brachte einen Kreisverkehr an der Einmündung der Straße nach Unteralting in die Kreisstraße ins Spiel. Auch hier befürchtet Kennerknecht aber, dass das Landratsamt dies aufgrund des geringen Verkehrs an dieser Stelle nicht mittragen würde. „Außerdem ist das auch eine Frage der Kosten, die die Gemeinde tragen müsste.“ Die Ausweitung der kommunalen Verkehrsüberwachung auf die Kreisstraße schlug Max Riepl-Bauer (CSU) vor. „Wenn es den Rasern an den Führerschein geht, hilft das vielleicht.“ Das sei technisch mit den Methoden des beauftragten Zweckverbandes aber nicht problemlos möglich, wie Kennerknecht erklärte. Der Rathauschef will aber mit der Polizei sprechen, dass diese die Messungen übernimmt. „Mit den Zahlen der Verkehrszählung können wir belegen, dass ein Bedarf besteht“, sagt er.

Gerald Kurz regte an, das Gespräch mit dem Verein zu suchen, der die Straße hauptsächlich als Rennstrecke nutzt. „Außerdem müssen wir in irgendeiner Form ein Exempel statuieren“, sagte der CSU-Sprecher. Kennerknecht stellt sich Kontrollen durch die Motorradstaffel der Polizei vor, die den Rasern Einhalt gebieten soll. Außerdem soll ein Büro beauftragt werden, mögliche bauliche Veränderungen zu prüfen, um die Strecke weniger attraktiv zu machen. (ad)

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