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Um diesen Unfall mit fünf Verletzten auf der B 471 drehte sich die Verhandlung.

Verhalten nach Unfall macht sprachlos

Porsche-Fahrer fährt weiter, ohne zu helfen - und hat dafür kuriose Erklärung

Oft behindern Gaffer nach Unfällen die Einsatzkräfte. Genau diesen Umstand benutzte nun ein Porsche-Fahrer als Ausrede vor Gericht.

Grafrath Es passierte im April 2017 auf der B 471 in der Nähe von Grafrath: Eine 44-Jährige wollte von der Schöngeisinger Straße nach links auf die viel befahrene Bundesstraße einbiegen. Dabei übersah die Frau einen aus Richtung Grafrath kommenden Mercedes. Beide Wagen stießen mit so großer Wucht zusammen, dass alle fünf Insassen der Fahrzeuge verletzt wurden.

Der Fahrer des Porsche Cayenne kam kurz nach dem Crash an die Unfallstelle. Ohne sich um die Verletzen zu kümmern und ohne die Unfallstelle abzusichern, soll er mehrfach hupend zwischen den umherliegenden Fahrzeugteilen hindurch weiter gefahren sein. So lautete der Vorwurf, aufgrund dessen das Amtsgericht Fürstenfeldbruck den 61-Jährigen verurteilte.

61-Jähriger gibt sich uneinsichtig

Der Mann bekam einen Strafbefehl über 12 000 Euro (40 Tagessätze zu je 300 Euro) wegen unterlassene Hilfeleistung. Er weigerte sich allerdings die Strafe zu bezahlen und legte Einspruch ein. Bei der daraufhin anberaumten Verhandlung beteuerte der 61-Jährige, an der Unfallstelle alles richtig gemacht zu haben.

Tatsächlich sei er ohne Auszusteigen weitergefahren. Allerdings hätten die Unfallopfer seine Hilfe gar nicht nötig gehabt. Um die beiden Verletzten, die er gesehen habe, hätten sich schon andere Autofahrer gekümmert, die vor ihm am Unfallort waren. Als er weiter fuhr habe er lediglich gehupt, um zu vermeiden, dass er jemanden gefährde. Die Ehefrau des Porsche-Fahrers hatte dann noch eine ganz andere Erklärung für die Weiterfahrt. Um nicht als Gaffer zu gelten, habe man sich vom Acker gemacht. Die Ehefrau erklärte dann, man haben sich keinesfalls der Gefahr aussetzen wollen, als Gaffer zu gelten.

Zeugen widersprechen sich

Zwar stellte die Staatsanwältin klar, dass jemand, der wegen eines Unfalls im Stau stehe, kein Gaffer sei. Die Verhandlung entwickelte sich dann aber doch positiv für den Porsche-Fahrer. Die Zeugen widersprachen sich nämlich. Einer meinte sich zu erinnern, dass zu der Zeit, als der 61-Jährige am Unfallort war, noch ein Schwerverletzter im Mercedes lag und noch geborgen werden musste. Ein anderer Zeuge sagte: „Der Porschefahrer hätte zusätzlich nichts mehr tun können.“ Als er an der Unfallstelle vorbeifuhr, seien bereits zehn Helfer vor Ort gewesen.

Am Ende wurde das Verfahren eingestellt. Der Porsche-Fahrer muss lediglich 1500 Euro an das Rote Kreuz zahlen.  sus

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