Ein Trinkbecher für Radium.

Grafrath

Radioaktivität im Wertstoffhof: Auslöser war ein fast 100 Jahre alter Radium-Trinkbecher 

Der Wertstoffhof in Grafrath  musste am Donnerstag geschlossen werden. Grund waren erhöhte radioaktive Messwerte. Mittlerweile ist die Gefahr aber gebannt.

Grafrath - Update, Freitag: 

In einem Container für Altmetalle war eine geringfügige Radioaktivität festgestellt worden, woraufhin als Vorsichtsmaßnahme die Sammelstelle gesperrt wurde. Inzwischen hat das Landesamt für Umwelt (LfU) die Ursache gefunden, wie der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises mitteilt. Ein sogenannter Radiumtrinkbecher war für die Strahlung verantwortlich. Radiumtrinkbecher sind Geräte, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu medizinischen Zwecken verwendet wurden, erklärt der AWB. Die Geräte enthalten eine geringe Menge des radioaktiven Stoffs Radium, der beim Zerfall das schwach radioaktive Edelgas Radon produziert.

 In den 1920er und 1930er Jahren galt radium- oder radonhaltiges Wasser als gesundheitsfördernd und wurde zu Kur-Zwecken getrunken. Der AWB geht davon aus, dass der Gegenstand wohl aus Unwissenheit in den Container gelangt ist. Eine Strahlenbelastung und damit Gesundheitsgefahr für Besucherinnen und Besucher des Wertstoffhofes oder das am Wertstoffhof beschäftigte Personal habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Nach Auskunft des Strahlenschutzexperten vom LfU erfolgt eine ordnungsgemäße Entsorgung über die GRB, die Sammelstelle Bayern für radioaktive Stoffe GmbH. 

Der Wertstoffhof öffnet regulär wieder am Samstag, 31. August ab 9 Uhr. 

Das war die Erstmeldung vom Donnerstag

Ein Sammelcontainer mit Altmetallen und Elektroaltgeräten vom Wertstoffhof Grafrath wurde zu einer Verwerterfirma nach München gebracht. Dort wurde festgestellt, dass das Material leicht erhöhte radioaktive Messwerte aufgewiesen habe, berichtet der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises. Das Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg und das Gesundheitsamt Fürstenfeldbruck sind über den Vorfall informiert. Nach Aussage der Verwerterfirma wird derzeit vom LfU die Ursache für die erhöhten Messwerte ermittelt. Vom Ergebnis ist es abhängig, ob noch zusätzliche Maßnahmen am Wertstoffhof Grafrath erforderlich sind. 

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