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Das sogenannte Rasso-Car steht den Bürgern damit für zwei weitere Jahre zur Verfügung.

Grafrath

E-Carsharing wird trotz Defizit verlängert

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Das E-Carsharing-Projekt in Grafrath wird verlängert. Das sogenannte Rasso-Car steht den Bürgern damit für zwei weitere Jahre zur Verfügung. Danach muss sich das Carsharing finanziell aber langsam selbst tragen.

Wie Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) ausführte, wird das von dem ehemaligen Ratsmitglied Roger Struzena (Grüne) maßgeblich initiierte Projekt gut genutzt. Insgesamt haben 68 verschiedene Nutzer das Rasso-Car seit der Inbetriebnahme im Juli 2019 bereits gebucht – 41 davon nutzen es regelmäßig. Das Fahrzeug ist an der Schule zentral geparkt und für eine Reichweite bis 300 Kilometer geladen.

Für die Gemeinde ist es allerdings ein Draufzahlgeschäft. 2019 standen den Einnahmen aus Nutzungsgebühren in Höhe von gut 2300 Euro Kosten von mehr als 13 000 Euro gegenüber. 2020 waren es rund 3050 Euro Einnahmen und gut 16 000 Euro Ausgaben. Gerald Kurz (CSU/Bürgervereinigung/BV) stellte angesichts dessen die Grundsatzfrage, ob es Aufgabe einer Gemeinde sei, ein solches E-Fahrzeug anzubieten – zumal es auch private Anbieter gebe.

Hartwig Hagenguth (Bürger für Grafrath) hielt dagegen, dass diese privaten Anbieter aber nicht vor Ort in Grafrath seien. „Idee des Projekts war, dass man zu Fuß oder mit dem Rad zum Auto kommt“, erinnerte der frühere Bürgermeister. Es sei ökologisch unsinnig, wenn man erst mit dem Auto zum Beispiel nach Fürstenfeldbruck fahren müsse, um dort dann aufs E-Auto umzusteigen.

Irgendwann muss es sich selbst tragen

Max Riepl-Bauer (CSU/BV) hielt es für sinnvoll, das Projekt noch einmal zwei Jahre mit kommunalen Mitteln anzuschieben. „Dann muss es aber langsam an einen Punkt kommen, an dem es sich selbst trägt“, sagte er und erntete dafür Zustimmung vom gesamten Gremium.

Sein Fraktionskollege Karl Ruf monierte, dass er das Auto oft ungenutzt auf seinem Platz auf dem Schulparkplatz sehe. Kennerknecht begründete dies mit möglichen Überschneidungen bei den Buchungszeiten. Er selbst nutze das Fahrzeug auch. „Wenn ich es aber um 11 Uhr für vier Stunden brauche, ab 13 Uhr aber eine andere Buchung vorliegt, kann ich es nicht nutzen“, sagte der Rathauschef.

Ruf verwies auf das ebenfalls oft ungenutzte Fahrzeug der Nachbarschaftshilfe und fragte nach, ob da nicht Synergieffekte genutzt werden könnten. Laut Monika Glammert-Zwölfer (Grüne) benötige die Nachbarschaftshilfe aber oft ein Auto mit höherem Einstieg. Dies und die Ausführungen von Kennerknecht sprächen dafür, sogar ein zweites Fahrzeug anzuschaffen. Das wiederum hielt der Rathauschef aber für Zukunftsmusik.

Letztlich sprach sich das Gremium mit einem 15:2-Votum dafür aus, das Projekt um zwei weitere Jahre zu verlängern. Da der Leasingvertrag für das alte E-Auto ausläuft, wird es aber ein neues Fahrzeug geben – auch wieder auf Leasingbasis.  ad

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