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Kuh-Diva Heidi zeigt sich beim Foto-Termin mit ihrem Besitzer Josef Reischl schüchtern. Doch am Ende hat es dann doch noch geklappt. 

Marke geknackt 

Rekord-Kuh Heidi gibt 100.000 Liter Milch

Jeder Deutsche trinkt im Durchschnitt etwa 50 Liter Milch pro Jahr. So gesehen hat Kuh Heidi in ihrem Leben ein kleines Dorf mit knapp 2000 Einwohnern ein Jahr lang versorgt. Heidi ist eine 100 000-Liter-Kuh und damit so etwas wie der Star im Stall von Bauer Josef Reischl, der in Grafrath einen Hof hat.

Grafrath – Kuh-Kenner wissen: Rinder, die in ihrem Leben mehr als 100.000 Liter Milch geben, sind etwas Besonderes. 45.000 bis 50.000 Liter Milch geben die Tiere auf Reischls Hof durchschnittlich in ihrem Leben. Diese Marke hat Heidi schon längst übertroffen. Im Herbst 2016 hatte sie den 100 000-Liter-Rekord geknackt. Daher haben sie Zuchtverbände auf ihren Versammlungen geehrt. Doch die Super-Kuh scheint eine Diva zu sein. Beim Fototermin mit dem Tagblatt zierte sie sich. Jedes mal, wenn Reischl sich zu Heidi stellen will, sucht sie im Laufstall das Weite. Star-Allüren? Mitnichten. Vielmehr ist dieses Verhalten normal, erklärt Reischl: „Kühe sind Fluchttiere.“

Zehnfache Mutter

Der Grafrather muss es wissen. Immerhin hält er hundert Rinder auf seinem Hof, den er 2010 von seinem Vater übernommen hat. Die Rekordmarke von 100.000 Litern Milch hatten vor Heidi erst zwei seiner Kühe übertroffen. Dass eine Dritte in den erlauchten Kreis der Kuh-Legenden eingeht, freut Reischl. „Es gibt zwar immer mehr 100 000-Liter-Kühe in Bayern“, sagt der Landwirt. Der Grund: Die Rinder werden so gezüchtet, dass sie besonders lange leben und Milch produzieren können. „Aber trotzdem ist es schon noch etwas Besonderes, wenn eine Kuh soviel Milch gibt.“

Wie lange die zwölfjährige Kuh noch Milch geben wird, ist laut Reischl schwer zu sagen. Ein Patentrezept für viel Milch gibt es nicht. „Das hängt hauptsächlich vom Tier ab“, erklärt der Landwirt. Wichtig sei vor allem, dass der Tierarzt die Kuh regelmäßig untersucht. „Sie muss halt gesund bleiben.“ Und viele kleine Kälber geben. Heidi ist zehnfache Mutter. 

Nach der Geburt der Kälber schießt die Muttermilch in den Euter. „Ohne Kälber, gibt’s keine Milch“, sagt Reischl. Ob Heidi noch einmal Nachwuchs bekommen wird, ist nicht vorhersehbar. „Das kann morgen vorbei sein“, sagt Reischl. Je älter ein Tier ist, desto schwieriger wird es, dass sie trächtig werden. „Wie bei der Schwangerschaft von Menschen halt auch“, sagt der Landwirt und lacht. 

Von Andreas Daschner

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